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Welt

Schwerer Schlag für Clinton

Die Präsidentschaftskandidatur ist für Obama in greifbare Nähe gerückt: Die Partei hat entschieden, die Ergebnisse der bislang ausgeschlossenen Staaten Florida und Michigan nur zur Hälfte zu zählen.

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Harte Entscheidung für Hillary Clinton

Beim Nominierungsparteitag der demokratischen Partei werden die Vorwahlergebnisse in den bislang ausgeschlossenen Staaten Florida und Michigan nun doch zur Hälfte berücksichtigt. Mit dem vom Satzungsausschuss der Demokratischen Partei am Samstag (31.5.2008) gefundenen Kompromiss verkürzte Hillary Clinton etwas den Abstand auf Barack Obama. Der Senator aus Illinois ist aber dennoch vor den letzten drei Vorwahlen am Sonntag in Puerto Rico und am Dienstag in Montana und South Dakota nur noch 66 Delegiertenstimmen von der notwendigen Mehrheit auf dem Nominierungsparteitag im August entfernt.

Der Kompromiss

BdT Barack Obama

Fast am Ziel


Vertreter Clintons reagierten gereizt auf den Kompromiss, weil er Obama auch Stimmen in Michigan zuspricht, wo er gar nicht auf den Stimmzetteln gestanden hatte. Clinton hatte gefordert, in Michigan müssten 73 Delegierten auf sie verpflichtet werden, 55 sollten frei entscheiden können. Der Ausschuss folgte aber einem Kompromissvorschlag der Parteiführung von Michigan, Clinton 69 und Obama 59 Delegierte zuzusprechen. Deren Stimmen sollten nur zur Hälfte zählen. Die Reduzierung des Gewichts der Staaten beim Parteitag um die Hälfte gilt auch für Florida, wo Clinton 105 und Obama 67 Delegierte gewann.

Obama gewann damit 32 Delegierte in Michigan einschließlich sogenannter Superdelegierter hinzu und 36 in Florida. Clinton bekam 38 in Michigan und 56,5 in Florida. Obama hat nun insgesamt 2052, Clinton 1877,5 Delegiertenstimmen sicher. Nun werden beim Parteitag 2118 Delegiertenstimmen zum Gewinn der Präsidentschaftskandidatur erforderlich. Der Bundesvorstand der Demokratischen Partei hatte Michigan und Florida ausgeschlossen, weil beide Staaten ihre Vorwahlen entgegen einer klaren Frist vor dem 5. Februar abhielten. Obama hatte deshalb gar nicht erst an der Vorwahl in Michigan aktiv teilgenommen.

Clintion-Lager gibt nicht auf

Hillary Clinton bei den Vorwahlen in Old San Juan in Puerto Rico

Hillary Clinton macht Wahlkampf in Old San Juan in Puerto Rico

Das Lager der früheren First Lady drohte derweil, die Entscheidung des Regelausschusses vom Samstag während des Nominierungsparteitages im Spätsommer anzufechten. "Senator Clinton hat mich angewiesen, diese Frage bis zum Schiedsausschuss beim Nominierungsparteitag zu tragen", sagte Ausschussmitglied und Clinton-Anhänger Harold Ickes.

An Clintons Rückstand dürfte auch die nächste Vorwahl an diesem Sonntag in Puerto Rico nichts ändern, wo Clinton als Favoritin gilt. In dem US-assoziierten Archipel geht es um 55 Delegierte. Die beiden letzten Vorwahlen finden an diesem Dienstag (3.6.2008) in Montana und South Dakota statt, wo es um insgesamt 31 Delegierte geht.

Obama tritt aus der Kirche aus

Unterdessen sind Obama und seine Frau Michelle aus ihrer umstrittenen Kirche ausgetreten. Beide hätten die Entscheidung nicht leichten Herzens getroffen, die protestantische Trinity Church (Dreifaltigkeitskirche) in Chicago nach 20 Jahren zu verlassen, sagte Obama am Samstag nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN. Er wolle aber nicht ständig für alles "zur Rechenschaft gezogen werden, was in der Kirche gesagt wird". Die überwiegend afro-amerikanische Trinity-Kirche, die mehrere tausend Mitglieder hat, steht schon seit Wochen in Kritik. Im März waren mehrere Jahre alte Predigten bekannt geworden, in denen der frühere Pastor Jeremiah Wright der US-Regierung "Rassismus" vorwarf. In einer Predigt rechtfertigte Wright seinen Kritikern zufolge die Terroranschläge gegen die USA am 11. September 2001: Das, was die USA "in Übersee" getan hätten, treffe sie nun selber, sagte Wright.

Barack Obama hat sich bereits mehrmals von Wright distanziert. In der vergangenen Woche hatte ein Gastprediger nach den Berichten amerikanischer Fernsehsender Obamas politische Rivalin von der Kanzel herab verspottet, weil sie als Weiße meine, ein Anrecht auf die Präsidentschaft zu haben. Das war offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Obama hat sich nach eigenen Angaben in der Trinity Kirche zu Jesus Christus bekehrt. Michelle und er haben dort geheiratet, und ihre beiden Mädchen wurden in der Kirche getauft. (sams)

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