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Politik

Schwerer Anschlag in Tel Aviv

In Tel Aviv hat sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und mehrere Menschen in den Tod gerissen. Ein Sprecher der Hamas bezeichnete den Anschlag als einen Akt der Selbstverteidigung.

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Anschlag in der Nähe einer Imbissbude

Laut Polizei kamen mindestens neun Menschen ums Leben, darunter der Attentäter. Der israelische Rundfunk meldete, etwa 50 weitere Passanten hätten zum Teil schwere Verletzungen erlitten.

Der Attentäter sprengte sich während des jüdischen Osterfests an einer Imbissbude des früheren Busbahnhofs im Ortsteil Neweh Schaanan in die Luft und riss dabei sechs Menschen mit sich in den Tod. Die meisten Kunden des Stands sind Gastarbeiter.

Islamischer Dschihad bekennt sich

Das Schnellrestaurant war bereits am 19. Januar Ziel eines Anschlags, wie ein Sanitäter sagte. Damals wurden 20 Menschen verletzt. In dem Bekenneranruf des Islamischen Dschihad hieß es, der jüngste Anschlag sei aus Anlass des Tags der Gefangenen verübt worden.

Das palästinensische Statistikbüro hatte am Sonntag mitgeteilt, in israelischen Gefängnisssen säßen noch immer 369 Palästinenser ein, die vor dem Oslo-Abkommen von 1993 inhaftiert wurden. Insgesamt sitzen mehr als 9000 palästinensische Häftlinge wegen antiisraelischer Aktivitäten in israelischer Haft, einige von ihnen schon länger als 25 Jahre. Videoaufzeichnungen zeigen den angeblichen Attentäter, wie er mit Koran und Gewehr in der Hand sein Testament vorliest.

Ein Sprecher der radikalen Palästinenser-Gruppe Hamas bezeichnete den Anschlag als einen Akt der Selbstverteidigung. Palästinenserpräsident Abbas erklärte, der Anschlag verstoße gegen den "nationalen Konsens" der Palästinenser, der Gewalt gegen Israel abzuschwören. Er schade den Interessen des Volkes. Abbas appellierte erneut an die internationale Gemeinschaft, eine weitere Zuspitzung der Lage im Nahen Osten zu verhindern. Olmert kündigte an, Israel werde mit allen geeigneten Mitteln zurückschlagen.

Wachsende Spannung in Autonomiegebieten

Die von der Hamas geführte neue palästinensische Regierung wiederholte am Sonntag ihren Aufruf zur Bildung einer Koalition der nationalen Einheit. "Die Tür steht der Fatah offen", sagte Regierungssprecher Ghasi Hamad nach einem Krisentreffen, das Ministerpräsident Ismail Hanija angesichts wachsender Spannungen in den Autonomiegebieten anberaumt hatte. Die Fatah-Bewegung von Präsident Mahmud Abbas schickte allerdings keinen Vertreter zu dem Treffen.

Zugleich warf ein Fatah-Sprecher der Hamas vor, für die Probleme der Palästinenser verantwortlich zu sein. "Hamas muss ihre Standpunkte so schnell wie möglich überdenken", sagte Ahmad Abderahman am Sonntag. So müssten die Friedensabkommen akzeptiert werden, die im Laufe des vergangenen Jahrzehnts mit Israel geschlossen wurden. "Andernfalls wird sich die Krise verschlimmern."

Die Europäische Union und die USA haben nach der Regierungsübernahme der Hamas ihre Finanzhilfen an die Autonomiebehörde eingestellt. Diese ist nun zahlungsunfähig. Am Freitag hatte Hanija Abbas vorgeworfen, eine "unheilige Allianz" mit der internationalen Gemeinschaft einzugehen, um die Hamas zu schwächen. Mitarbeiter des Präsidenten wiesen die Äußerung als inakzeptabel zurück.

Iran gibt Hamas Geld

Der Iran kündigte am Sonntag eine Finanzhilfe in Höhe von 50 Millionen Dollar für die palästinensische Autonomiebehörde an. Auch Russland will die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Autonomiebehörde unterstützen. Das teilte das Außenministerium in Moskau mit. Über die Höhe der Summe wurden keine Angaben gemacht. Außenminister Lawrow hatte vergangene Woche erklärt, um die Hamas dazu zu bringen, die internationalen Forderungen zu erfüllen, sei eine Zusammenarbeit erforderlich. (stl)

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