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Nahost

Schwerer Anschlag im Armenviertel

Sechs Tage vor dem geplanten Abzug der US-Kampftruppen aus den Städten wurde im Irak erneut ein Anschlag verübt. Dabei starben im Bagdader Stadtteil Sadr City mindestens 72 Menschen.

Soldat (Foto: AP)

Irakische Ordnungskräfte sollen in Sadr-City nun allein für Ruhe und Ordnung sorgen (Archivbild)

Die Zahl der Todesopfer des neuen Bombenanschlags in Bagdad ist am Donnerstagmorgen (25.06.2009) auf 72 angestiegen. 127 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der Anschlag ereignete sich am Mittwochabend in Sadr City. Der Stadtteil wird überwiegend von ärmeren Schiiten bewohnt. Der Sprengsatz war laut Polizei unter Gemüse auf einem Karren versteckt und wurde in der Nähe eines belebten Marktes gezündet. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder, sagte ein Vertreter des Innenministeriums.

Damit häufen sich die Anschläge im Irak wieder. Die Regierung geht davon aus, dass diese in Zusammenhang mit dem Abzug der amerikanischen Kampftruppen aus den irakischen Städten stehen. Durch Anschläge solle das Vertrauen in die einheimischen Sicherheitskräfte unterminiert werden, hatte Regierungschef Nuri el Maliki kürzlich gewarnt. Der Abzug der US-Truppen aus den Städten soll bis zum 30. Juni abgeschlossen sein und ist Teil des vollständigen Rückzugs der US-Kampftruppen, der bis Ende 2011 beendet sein soll.

Nicht der einzige Anschlag

Anschlagüberreste (Foto: AP)

Es war nicht der erste Anschlag: Am 23. November 2006 wurden in Sadr City mindestens dreißig Menschen durch mehrere Bomben getötet

Aus Sadr City waren die US-Soldaten erst vor wenigen Tagen abgerückt. Der neue Anschlag war einer der schwersten, die die irakische Hauptstadt in diesem Jahr trafen. Er war allerdings nicht der einzige, der am Mittwoch in Bagdad verübt wurde: Etwa eine Stunde später explodierte auch im Stadtteil Dschihad eine Bombe. Dieser wird ebenfalls vorwiegend von Schiiten bewohnt. Laut Polizei und Krankenhaus wurden dabei ein Mensch getötet und zehn weitere verletzt.

Wer für die Anschläge verantwortlich ist, ist unklar. Häufig wird jedoch der sunnitischen El-Kaida die Schuld gegeben. (det/la/afp/ap/dpa/rtr)

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