1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Schwerer Anschlag auf indische Muslime

Bei verheerenden Bombenanschlägen auf ein muslimisches Fest sind im westindischen Bundesstaat Maharashtra nach Regierungsangaben mindestens 32 Menschen getötet worden. Hintergründe sind noch unklar.

default

Mehr als 70 Personen seien bei den drei Explosionen in der 260 Kilometer von Bombay entfernten Stadt Malegaon am Freitag verletzt worden, sagte ein Polizeivertreter im Bundesstaat Maharashtra. In Medienberichten war zuvor von 37 Toten die Rede gewesen. Die Täter brachten außerhalb einer Moschee kurz nach dem Freitagsgebet zwei Sprengsätze zur Explosion, die an Fahrrädern befestigt waren. In Malegaon hatten sich zahlreiche Muslime vor einem religiösen Fest, Shab-e-Raat (Nacht des Segens), versammelt.

Bombenanschläge in Indien

Verwundete werden behandelt

In Malegaon leben etwa 500.000 Menschen, von denen drei Viertel Muslime sind. In der Vergangenheit wurden schon mehrere religiös-motivierte Anschläge verübt. Bei schweren Unruhen in Malegaon waren zuletzt vor fünf Jahren 15 Menschen getötet worden.

Lage angespannt

Das Innenministerium in Neu-Delhi schickte zusätzliche Einheiten der Bundespolizei in den Ort. Die Polizei verhängte eine Ausgangssperre. Polizeivertreter sagten, die Lage in Malegaon sei angespannt. Mehrere Gruppen demonstrierten mit Sprechchören gegen die Behörden. Aufgebrachte Menschen warfen Steine auf die Polizei und gegen Geschäfte.

Erst im Juli waren bei Attentaten auf Züge in der Finanzmetropole Bombay 186 Menschen getötet worden. Die Anschläge verfolgten nach Ansicht von Polizeichef P.S. Pasricha offenbar das Ziel, eine Panik und Zusammenstöße zwischen Muslimen und Hindus auszulösen. Der gesamte Unionsstaat Maharashtra wurde in Alarmbereitschaft versetzt. "Die Lage ist unter Kontrolle", sagte Pasricha.

Appell zur Ruhe

Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh rief zur Ruhe auf. Er appellierte an "alle Bürger im ganzen Land", den Frieden zu wahren. Erst vor wenigen Tagen hatte Singh von einer erhöhten Terrorgefahr in Indien gesprochen. Unter den Anschlagzielen könnten auch Gotteshäuser sein, sagte er. Nach den Anschlägen von Bombay haben die Ermittler vor allem die von Pakistan aus agierende militante Gruppe Lashkar-e-Taiba und den pakistanischen Militärgeheimdienst ISI als Drahtzieher der Attentate verdächtigt. Pakistans Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen. (sams)

  • Datum 08.09.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/964G
  • Datum 08.09.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/964G