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Aktuell Nahost

Schwerer Angriff auf Grenzposten im Sinai

Seit dem Machtwechsel in Ägypten schaut Israel mit großer Sorge auf die Lage beim Nachbarn. Besonders prekär ist die Lage auf dem Sinai. Dort überfielen mutmaßliche Extremisten jetzt einen ägyptischen Grenzposten.

Bei dem Angriff auf einen ägyptischen Kontrollposten auf der Sinai-Halbinsel sind 16 Grenzpolizisten getötet worden. Nach Angaben von Sicherheits- und Rettungskräften überfielen die Angreifer den Posten nahe der Grenze zu Israel, als die Polizisten sich wie im Ramadan üblich nach Sonnenuntergang zum Essen versammelten.

Danach hätten sie zwei gepanzerte Fahrzeuge in ihre Gewalt gebracht und seien in Richtung Israel weitergefahren.

Mehrere "Terroristen" getötet

Die israelische Armee teilte mit, ein gepanzertes Fahrzeug sei beim Grenzposten Karm Abu Salem auf israelischem Territorium explodiert. Ein weiteres sei von der Luftwaffe zerstört worden. Mindestens fünf Angreifer seien getötet worden. Es handelt sich um den schwersten Zwischenfall in der Grenzregion seit Jahrzehnten.

Wegen der zunehmend angespannten Lage in Nahost, hatte das israelische Büro zur Terrorbekämpfung am vergangenen Donnerstag alle israelischen Staatsbürger aufgerufen, den Sinai "umgehend" zu verlassen. Es lägen ernst zu nehmende Warnungen vor Angriffen auf Israelis vor.

Angreifer aus dem Gazastreifen?

Ein ranghoher Vertreter der ägyptischen Sicherheitskräfte machte Extremisten aus dem benachbarten Gazastreifen für den Angriff verantwortlich. Die Dschihadisten seien durch Tunnel im Grenzgebiet nach Ägypten gekommen, sagte der Beamte der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena. Ein Sprecher der im Gazastreifenden herrschenden Hamas sagte, die Vorwürfe würden untersucht. Er kündigte die sofortige Schließung der Tunnel nach Ägypten an.

Das ägyptische Präsidialamt verurteilte den Angriff als "feige Attacke". Die Verantwortlichen für das Verbrechen würden "teuer dafür bezahlen", erklärte das Büro von Präsident Mohammed Mursi. In einer TV-Ansprache nach einem Krisentreffen mit der Armeespitze betonte Mursi, die Sicherheitskräfte würden den Sinai wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Mena wurde der einzige Grenzübergang zwischen Ägypten und dem Gazastreifen in Rafah bis auf weiteres geschlossen.

Sinai-Halbinsel zwischen Terror und Tourismus

Am Sonntag abend seien in der israelischen Grenzregion Dutzende Raketen und Mörsergranaten eingeschlagen, berichtete die Zeitung "Haaretz". Im Sinai ansässige militante Islamisten werden immer wieder für Raketenangriffe auf Israel verantwortlich gemacht. Sie sollen im vergangenen Jahr auch einen Angriff jenseits der Grenze verübt haben, bei dem neun Israelis getötet wurden. Auch die Gaspipeline im Norden des Sinai, die Israel und Jordanien versorgt, war mehrfach Ziel zahlreicher Anschläge.

Auf der Sinai-Halbinsel befinden sich die Badeorte, die für die ägyptische Tourismusindustrie von großer Bedeutung sind. Seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Husni Mubarak im Februar 2011 hat sich die Sicherheitslage dort wieder deutlich verschlechtert.

Gemäß dem israelisch-ägyptischen Friedensvertrag von 1979 ist auf der Sinai-Halbinsel nur wenig Militär stationiert. Im vergangenen Jahr hatte Israel der ägyptischen Armee jedoch aufgrund der veränderten Lage erlaubt, Panzer und Soldaten in die Region zu entsenden.

jh/haz/kle (afp,rtr,dpa,dapd)