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Fußball

Schwere Zeiten in der Regionalliga

Die Stuttgarter Kickers kehren in den Profifußball zurück. Mit ihrem Aufstieg in die dritte Liga dürfte der Traditionsverein den Problemen der Amateurclubs mit der Regionalliga-Reform aus dem Weg gehen.

Es läuft richtig gut bei den Stuttgarter Kickers. Die Blauen aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt kehren nach drei Jahren in die 3. Fußball-Liga zurück. Zwei Spieltage vor Saisonende stehen die Kickers vorzeitig als Meister der Regionalliga Süd fest. Sie sind zudem bestes Heimteam und haben die beste Abwehr der Liga. Das Team hat sich unheimlich gut entwickelt. Aber das war auch absolut notwendig.

Glorreiche Vergangenheit und schwierige Realität

Spieler der Stuttgarter Kickers freuen sich (Foto: ddp)

Die Stuttgarter Kickers hoffen wieder auf große Zeiten

Die Stuttgarter Kickers sind ein Traditionsverein des deutschen Fußballs. Ein Traditionsverein mit 107-jähriger Geschichte, für den es zurzeit nur für die 4. Liga - der Regionalliga Süd reicht. "Mittelfristig wollen wir aber wieder an das Tor zur zweiten Liga anklopfen. Die Dritte Liga ist ein Muss", sagt Geschäftsführer Jens Zimmermann. Er ist der Macher hinter den Kulissen, besorgt Sponsorengelder, organisiert den Kluballtag und gestaltet die Zukunft.

Unvergessen sind die Erfolge im DFB–Pokal: Endspiel 1987 und die beiden Aufstiege in die Bundesliga 1988 und 1991. Die Kickers waren mal Stammgast im deutschen Profifußball: 23 Jahre Zweitligazugehörigkeit stehen auf ihrem Konto. Doch das war gestern. Die Realität ist hart. Immerhin kommen rund 3.200 Zuschauer pro Heimspiel. Das finanzielle Budget ist schmal. Die Spieler trainieren zwar unter Profibedingungen, doch nicht zu einem Profigehalt. Gute Spieler sind oft schnell bei anderen Vereinen, oder suchen ihre Zukunft nicht im Fußballsport, wenn man ihnen nichts zu bieten hat.

Gerade das gibt es bei den Kickers: Eine echte sportliche Perspektive gepaart mit professioneller Ausbildung und Betreuung. Dafür stehen Ex-Nationalspieler Dirk Schuster als Trainer und der deutsche Fußball-Weltmeister von 1990, Guido Buchwald, als Sportmanager. Ungewöhnlich viel sportliche Kompetenz hat sich der Verein zusammengesucht. "Dass Guido Buchwald wieder bei uns arbeitet, ist ein Glücksfall für die Stuttgarter Kickers", sagt Geschäftsführer Jens Zimmermann, der Buchwald persönlich überzeugte, wieder bei seinem Heimatverein einzusteigen.

Die Regionalliga-Reform als Herausforderung

Weltmeister Guido Buchwald (Foto: ddp)

Weltmeister Guido Buchwald

Es war die wichtigste Saison seit langem für die Stuttgarter Kickers. Denn es ist die Saison vor der Regionalliga-Reform. Ab der nächsten Saison gibt es nicht mehr nur drei Regionalligen, sondern fünf. Die Anzahl der Teams steigt von 55 auf 90. Gleichzeitig sind fast alle großen Profivereine aus den Ligen eins und zwei mit ihren Nachwuchsmannschaften vertreten. Trotzdem wird es weiterhin nur drei Aufsteiger in die 3. Liga geben. Die werden dann in Relegationsspielen zwischen den jeweiligen Meistern und einem Liga-Zweiten ermittelt. Es ist somit die einzige Liga im deutschen Fußball, in der ein Liga-Erster nicht direkt aufsteigt. Geschäftsführer Zimmermann ist Sprecher der Interessensgemeinschaft Regionalliga und kritisiert die Reform: "Faktisch verwässert es die Qualität der Regionalligen und zementiert die Grenze zwischen den Profiligen und den Amateurligen".

Aufsteigen oder Ansprüche langfristig senken

Video ansehen 02:41

Interview mit Jens Zimmermann (Geschäftsführer, Stuttgarter Kickers)

Ohne den Aufstieg hätte es in Stuttgart-Degerloch auf Jahre hinaus ziemlich trist werden können. Viele Fußballvereine in der vierten Liga sind in einer ähnlichen Lage wie die Stuttgarter Kickers. Gibt es keinen Erfolg, bleiben Sponsoren- und TV-Gelder weg, verlassen die besten Spieler den Verein. Die Realität ist hart, die Zukunft schwierig. Will man in Stuttgart die Früchte der guten Jugendarbeit ernten, ist man bei den Kickers in dieser Saison zum Aufstieg verpflichtet.

Nun stehen die Zeichen auf Jubel, Freude und Ausgelassenheit am 18. Mai, dem Tag des letzten Saisonspiels der Kickers zu Hause gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München. Das Stadion wird voll sein. Das Aufstigesfest ist gesichert.

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