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Wirtschaft

Schwere Zeiten für Stahlkonzerne dauern an

Der Preisverfall in der Stahlbranche zwingt die Unternehmen zu harten Sparkursen. Die Erholung verläuft langsam, wie neue Zahlen von ArcelorMittal und ThyssenKrupp zeigen.

Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal präsentierte in Luxemburg seine Bilanz des vergangenen Jahres. Unterm Strich verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 1,1 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 960 Millionen Euro.

Grund waren hohe Abschreibungen, Zinsaufwendungen und Kosten für Geschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken. 2013 hatte das Unternehmen noch ein Minus von rund 2,5 Milliarden Dollar in den Büchern stehen.

Positiv war das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Trotz eines schwachen vierten Quartals stieg es um 8,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro). ArcelorMittal habe dabei von seinem Sparkurs profitiert, hieß es.

Für das laufende Jahr erwartet ArcelorMittal einen Rückgang des operativen Gewinns auf 6,5 bis sieben Milliarden Dollar. Der weltweite Stahlbedarf dürfte nach Einschätzung des Unternehmens nur noch um 1,5 bis zwei Prozent steigen, nach etwa 2,5 Prozent im vergangenen Jahr. Zudem würden die Preise für Eisenerz weiter fallen. In den ersten Wochen dieses Jahres seien sie schon um weitere 13 Prozent gesunken, nachdem sie 2014 bereits um fast die Hälfte eingebrochen seien.

ArcelorMittal stellt etwa sechs Prozent des Stahls weltweit her. Der Geschäftsverlauf des Unternehmens gilt daher als Indikator für die globale Konjunktur. Der Konzern verwies insbesondere auf seinen zweitgrößten Markt, die USA, wo die Stahlnachfrage nach seiner Einschätzung um bis zu ein Prozent abnehmen dürfte. In China schrumpfte der Stahlverbrauch 2014 das erste Mal seit 1981.

ThyssenKrupp mit kleinem Quartalsgewinn

In Essen legte der Mischkonzern ThyssenKrupp, Deutschland größtes Stahlunternehmen, Zahlen zum ersten Quartal des Jahres vor. Unter dem Strich stand mit 50 Millionen Euro ein Gewinn.

Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Verlust von 65 Millionen Euro verbucht. Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 29 Prozent auf 317 Millionen Euro zu.

"Die Ergebnisentwicklung des ersten Quartals zeigt, dass wir mit dem Konzernumbau auf dem richtigen Weg sind", sagte ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger. Er bestätigte zudem die Prognosen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2014/15.

In der europäischen Stahlsparte fuhr ThyssenKrupp ein Ergebnis von 79 Millionen Euro ein, nachdem es im Vorjahr nur 18 Millionen Euro gewesen waren. Der Preisdruck und die schwache Nachfrage bereiten dem Unternehmen aber weiter Kopfschmerzen. Umsatz und Auftragseingang gingen zurück. So waren die Zuwächse vor allem den Einsparungen zu verdanken. Die Stahlkocher hatten einer Reduzierung ihrer Wochenarbeitszeit auf 31 Stunden zugestimmt.

Hiesinger bestätigte die Prognose, wonach der operative Gewinn im Gesamtjahr auf mindestens 1,5 Milliarden Euro von 1,3 Milliarden klettern und der Überschuss deutlich steigen soll. ThyssenKrupp hatte 2013/14 nach jahrelanger Krise erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben.

bea/zdh (dpa, reuters)

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