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Aktuell Asien

Schwere Zeiten für Malaysia Airlines

Nach zwei Unglücken innerhalb weniger Monate kämpft Malaysia Airlines gegen die drohende Pleite. Zu dem verschollenen Flug MH370 gibt es neue Erkenntnisse. Helfen sie bei der Lösung des Rätsels?

Die vor fast sechs Monaten verschollene Malaysia Airlines-Boeing ist womöglich auf einem etwas anderen Kurs geflogen als bislang angenommen. Neueste Auswertungen zum Malaysia-Airlines-Flug MH370 legten nahe, dass das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking früher unplanmäßig Richtung Süden abdrehte als bislang angenommen, sagte Australiens Verkehrsminister Warren Truss laut Medienberichten. Das Suchgebiet westlich von Australien sei nach wie vor relevant, aber möglicherweise sei eine Region weiter südlich von besonderem Interesse. Das würde bedeuten, dass die Maschine länger flog als bislang angenommen.

Suche wird im September fortgesetzt

MH370 gilt als eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte, von dem Wrack fehlt bislang jede Spur. Die Maschine mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Seitdem fehlt von der Boeing 777 jede Spur. Der Großteil der Passagiere stammte aus China. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge verließ die Maschine aus unbekannten Gründen mitten im Flug ihre geplante Route und drehte erst nach Westen und dann Richtung Süden ab. Australien leitet die Suche nach dem Flugzeug.

Nach Angaben des australischen Ministerpräsidenten Tony Abott wird die Suche nach dem Wrack im September fortgesetzt. Malaysia und Australien einigten jetzt sich darauf, die Kosten für die Suche zu teilen. "Malaysia wird den notwendigen finanziellen Beitrag für die Suche leisten", sagte der malaysische Transportminister Liow Tiong Lai bei einem Treffen mit seinem australischen Kollegen Truss und dem chinesischen Vizeverkehrsminister He Jianzhong in Canberra.

Verlust fast verdoppelt

Malaysia Airlines steht nach dem Verlust des Fluges MH370 und dem mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 über der Ukraine am 17. Juli wirtschaftlich unter großem Druck.

Die 68 Jahre alte Fluglinie schrieb schon vor den beiden schweren Unglücken rote Zahlen – die Verluste häuften sich von 2011 bis 2013 auf umgerechnet 970 Millionen Euro. Und für 2014 kam es noch dicker: Allein im zweiten Quartal machte die bald komplett staatliche Fluggesellschaft einen Verlust von umgerechnet knapp 73 Millionen Euro, wie sie am Donnerstag mitteilte. Das ist fast doppelt so viel, wie im Vorjahresquartal. Im ersten Quartal 2014 lagen die Verluste bei 104 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich das Minus für das erste Halbjahr 2014 damit auf rund 180 Millionen Euro.

Derzeit macht die Airline täglich bis zu 1,5 Millionen Euro Verlust. Auf sozialen Netzwerken im Internet kursieren Fotos, die ein fast unbesetztes Malaysia-Airlines-Flugzeug zeigen.

Fluglinie soll saniert werden

In den vergangenen Monaten haben nach Angaben der Fluggesellschaft 186 Besatzungsmitglieder ihre Kündigung eingereicht. Vor allem nach dem mutmaßlichen Abschuss von Flug MH17 sei die Zahl der Kündigungen deutlich gestiegen, hieß es in einer Erklärung der Airline. Inzwischen hätten sie aber wieder "ein akzeptables und normales Niveau erreicht". Viele Mitarbeiter hätten familiären Druck nach den Tragödien von Flug MH17 und Flug MH370 als Grund für die Kündigung genannt, erklärte die malaysische Fluglinie.

Der malaysische Staatsfonds Khazanah Nasional soll die Airline komplett übernehmen und sanieren. Schon jetzt ist der Fonds mit 70 Prozent der Anteile Mehrheitsaktionär.

cr/kle (dpa, afp, rtr)