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Top-Thema – Podcast

Schwere Zeiten für Frankreich

Frankreich hat viele Probleme auf einmal: Sowohl bei der Fußball-EM als auch bei Demonstrationen kommt es zu Gewalt, und bei einem Terroranschlag werden zwei Menschen getötet. Die Polizei ist am Rande der Belastbarkeit.

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Schwere Zeiten für Frankreich – das Top-Thema als MP3

Die Sicherheitskräfte in Frankreich haben wegen der EM eigentlich schon genug zu tun. Hunderte Fußball-Hooligans haben in verschiedenen Städten im Land randaliert. In Paris ist es aus einem ganz anderen Grund zu Gewalt gekommen: Bei einer Demonstration gegen eine Arbeitsmarktreform wurden Steine und Flaschen geworfen und Sicherheitskräfte angegriffen. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen waren Polizisten.

Und dann gab es auch noch einen Terroranschlag: Ein Mann tötete einen Polizisten und seine Freundin mit einem Messer. Der Anschlag zeigt, dass die terroristische Bedrohung in Frankreich weiter besteht. Trotz starker Überwachungsmaßnahmen gegen Terror-Sympathisanten konnten die Morde nicht verhindert werden.

Präsident Francois Hollande wird für seine Anti-Terrorstrategie kritisiert: Er tut nicht genug und er tut das Falsche, so die Kritiker. Doch der Mord an dem Polizisten und seiner Freundin zeigt, dass es gegen solche Einzeltäter kein Mittel gibt. Die französische Polizei arbeitet schon am Rande der Belastbarkeit. Immer mehr Einsätze führen zu Übermüdung, erklärt Polizeigewerkschafter Philippe Capon. „Wir sind ständig in Alarmbereitschaft und stehen wirklich unter Stress“, sagt er.

Hilfe von der Regierung ist nicht zu erwarten. Es sind bereits 100.000 Polizisten, Soldaten und private Sicherheitskräfte im Einsatz. Mehr kann der Staat nicht aufbieten. Doch nicht nur die Anzahl der Polizisten, sondern auch die Art der Polizeiarbeit wird kritisiert. Manche sagen, sie soll sowohl gegen Hooligans als auch gegen Demonstranten zu hart durchgegriffen haben. Andere kritisieren, dass die Polizei zu spät reagiert hat.


Glossar

EM, -s (f.) – Abkürzung für: die Europameisterschaft; hier: der Fußball-Wettkampf zwischen europäischen Ländern, der alle vier Jahre stattfindet

Terroranschlag, -anschläge (m.) – ein gewalttätiger Angriff aus politischen oder religiösen Gründen, um Angst zu verbreiten und bestimmte Ziele zu erreichen

am Rande der Belastbarkeit sein – hier: so viel zu tun haben, dass man es kaum/fast nicht mehr schaffen kann

Sicherheitskraft, -kräfte (f.) – jemand, der beruflich für die Sicherheit von Personen oder auf Veranstaltungen sorgt

Hooligan,-s (m.) – ein extrem gewaltbereiter Fußballfan

randalieren – laut in der Öffentlichkeit Dinge zerstören und sich aggressiv verhalten

jemanden an|greifen – hier: Gewalt gegen jemanden einsetzen

Bedrohung, -en (f.) – hier: die Gefahr, die von jemandem oder etwas ausgeht

Überwachungsmaßnahme, -n (f.) – eine Handlung, mit der man jemanden genau beobachtet und kontrolliert

Sympathisant, -en (m.) – jemand, der etwas gut findet

Anti-Terrorstrategie, -n (f.) – der Plan, wie man → Terror verhindern kann

Einsatz, Einsätze (m.) – hier: die Aktion der Polizei oder des Militärs

Übermüdung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass jemand sehr müde und erschöpft ist

Polizeigewerkschafter, -/Polizeigewerkschafterin, -nen – das Mitglied einer Organisation (der Gewerkschaft), die sich für die Rechte der Polizisten einsetzt

in Alarmbereitschaft sein – bereit sein, in einem Notfall jederzeit zu helfen

unter Stress stehen – viele psychische und körperliche Anstrengungen schaffen müssen

etwas/jemanden auf|bieten – etwas/jemanden für eine Aufgabe einsetzen

durch|greifen – hier: entschlossen handeln, um eine Situation zu retten


Fragen zum Text

1. Was steht im Text?
a) Viele Menschen demonstrierten gegen die EM.
b) Die Mehrzahl der Verletzten bei den Demonstrationen waren Sicherheitskräfte.
c) Sicherheitskräfte haben Flaschen und Steine geworfen.

2. Was steht im Text?
a) Frankreich könnte noch mehr Polizisten einsetzen.
b) Frankreich kritisiert die Strategie der Polizei gegen den Terror.
c) In Frankreich herrscht weiterhin eine Terrorgefahr.

3. Was sagt Philippe Capon?
a) Es gibt ständig Alarm, der aber nicht echt ist.
b) Die Polizisten müssen sehr anstrengende Arbeit machen und schlafen deshalb zu wenig.
c) Die Polizei hat zwar viel zu tun, aber noch keinen richtigen Stress.

4. Wo kann man das Wort „es“ nicht einsetzen?
a) In Frankreich passieren … viele schlimme Dinge gleichzeitig.
b) In mehreren Orten in Frankreich kommt … zu Gewalt.
c) Nach der Gewalt bei der Demonstration gab … viele verletzte Polizisten.

5. In welchem Satz muss man das Wort „es“ einsetzen?
a) Der Staat bietet viel auf, denn … sind schon 100.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.
b) Die Polizei soll … gegen Hooligans und Demonstranten hart durchgegriffen haben.
c) Trotz Sicherheitsmaßnahmen konnte … die Gewalt nicht verhindert werden.


Arbeitsauftrag
Einige Demonstranten haben Steine und Flaschen auf die Polizisten geworfen. Manche haben der französischen Polizei vorgeworfen, sie hätte gegen die Demonstranten zu hart durchgegriffen. Wie muss die Polizei eurer Meinung nach bei solchen Situationen reagieren? Wann darf sie Gewalt einsetzen und wie hart darf sie reagieren? Welche Reaktion wäre zu hart und welche wäre angemessen?

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