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Aktuell Afrika

Schwere Kämpfe um den Flughafen von Tripolis

In Libyen haben sich rivalisierende Milizen schwere Gefechte geliefert. Rund um den Flughafen von Tripolis schlugen mehrere Raketen ein. Die Unruhen machen auch den Nachbarstaaten Sorgen.

Die Sintan-Brigaden, die Gebiete rund um den Flughafen kontrollieren, waren in den frühen Morgenstunden von islamistischen Milizen angegriffen worden, die sie von dort vertreiben wollen. Örtliche Medien berichten von vier Raketen, die auf dem Flughafengelände einschlugen. Schüsse schwerer Waffen waren bis ins 25 Kilometer entfernte Stadtzentrum von Tripolis zu hören. Der Flughafen wurde für drei Tage geschlossen.

Zufahrtsstraßen umkämpft

Zu dem Angriff bekannte sich die Operationszelle der libyschen Revolutionäre, die sich aus verschiedenen islamistischen Milizen zusammensetzt und als bewaffneter Arm der Islamisten im libyschen Parlament gilt. Laut Korrespondenten kam es auch an der Straße vom Flughafen nach Tripolis zu schweren Kämpfen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mindestens sieben Menschen getötet und 36 verletzt

Die Milizen aus der Stadt Al-Sintan konkurrieren mit den Milizen aus der Stadt Misrata um die Vorherrschaft in Libyen. Die Sintan-Brigaden stehen den liberalen Kräften in dem ölreichen Land nahe. Sie hatten am Aufstand gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi teilgenommen, der 2011 mit Unterstützung der Nato gestürzt wurde.

Zahlreiche frühere Rebellengruppen und Stammesmilizen weigern sich, ihre Waffen abzugeben und versuchen ihren Forderungen mit Gewalt Gehör zu verschaffen. Auch terroristische Organisationen sind aktiv. In jüngster Zeit gab es vor allem im Osten Libyens heftige Kämpfe zwischen islamistischen Rebellen und selbsternannten Sicherheitskräften.

Beratungen über Grenzsicherung

Die Unruhen machen auch den Nachbarstaaten Sorgen. In der tunesischen Stadt Hammamet wollen an diesem Sonntag die Außenminister der Nachbarländer über Grenzschutzmaßnahmen beraten, um länderübergreifende terroristische Aktivitäten zu verhindern. Neben Tunesien und Libyen werden Repräsentanten aus Algerien, Ägypten, Sudan, Niger, dem Tschad sowie von Arabischer Liga und Afrikanischer Union erwartet.

Die US-Regierung äußerte sich am Samstag "tief besorgt" über die anhaltende Gewalt in Libyen und verlangte, dass das im Juni neugewählte Parlament so schnell wie möglich zusammentreten müsse und auch die Arbeit an der neuen Verfassung "ohne Behinderung und Gewalt" fortgesetzt werden solle.

uh/mak (dpa,afp)