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Politik

Schwere Kämpfe in Sri Lanka

Mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive will die Armee den Widerstand der Tamilen-Rebellen brechen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon drängt hingegen auf ein schnelles Ende der Gewalt.

Soldat mit Maschinengewehr (dpa)

Der Waffenstillstand in Sri Lanka ist offiziell beendet

Mit dem Ende des Waffenstillstands in Sri Lanka hat die Armee ihren Vormarsch auf das Gebiet der Tamilen-Rebellen begonnen und einen Luftangriff auf deren Anführer geflogen. Ein Militärsprecher sagte am Donnerstag (17.1.2008), Truppen seien drei Kilometer weit in das von den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) kontrollierte Gebiet im Norden der Insel vorgestoßen und hätten mindestens 18 Tamilen-Rebellen getötet. Die Operation habe wenige Stunden vor dem offiziellen Ende der Waffenruhe um Mitternacht begonnen. Kurz nach Ablauf des Waffenstillstands flog die Luftwaffe einen Bombenangriff auf die Rebellenhochburg Kilinochchi.

Die Regierung hatte den Waffenstillstand mit der LTTE nach knapp sechs Jahren aufgekündigt und will die Rebellen nun vernichtend schlagen. Der Waffenstillstand war bereits in der Vergangenheit mehrfach von beiden Seiten gebrochen worden.

Rebellen-Chef soll "eliminiert" werden

Das Verteidigungsministerium teilte mit, der Luftangriff habe einer Versammlung hochrangiger Tamilen-Rebellen gegolten. Die Piloten hätten die Zerstörung des Zieles bestätigt. Um welche Anführer es sich handelte, teilte das Ministerium nicht mit. Die Regierung hat angekündigt, LTTE-Chef Velupillai Prabakharan zu "eliminieren". Die LTTE-nahe Internetseite Tamilnet meldete hingegen, die Luftwaffe habe in Kilinochchi eine zivile Werkstatt bombardiert. Sieben Zivilisten seien verletzt und neun Häuser beschädigt worden.

Ban Ki Moon bestürzt über Entwicklung

öffentlicher Bus in Buttala (Quelle: dpa)

Zerstört durch zwei Landminen: öffentlicher Bus in Buttala

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief eindringlich zu einer politischen Lösung des Konflikts auf. "Der einzige Weg, weitere Gewalt in Sri Lanka zu stoppen, ist durch Dialog." Ban verurteilte die Anschläge vom Mittwoch in Sri Lanka. Am letzten Tag des Waffenstillstands hatte eine Welle der Gewalt die Insel erschüttert. Unter anderem waren bei einem Anschlag auf einen Bus, in dem auch Kinder saßen, mindestens 27 Menschen getötet worden. Die Regierung machte die LTTE für die Tat in Buttala im Südosten der Insel verantwortlich. In der Gegend kam es am Donnerstag zu Kämpfen mit der LTTE, bei denen nach Militärangaben ein Soldat verletzt wurde.

Ein Vierteljahrhundert Bürgerkrieg - zehntausende Tote

Allein seit Jahresbeginn starben 400 Menschen in heftigen Kämpfen im Norden der Insel, wo die LTTE noch Gebiete kontrolliert. Mit einem Sieg über die Rebellen will die Armee den 25-jährigen Bürgerkrieg auf der südasiatischen Insel gewaltsam beenden. Die LTTE kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit. Die Gewalt kostete mehr als 75 000 Menschen das Leben. Die Regierung lehnt eine Spaltung des Landes ab. Die Internationale Gemeinschaft fordert eine politische Lösung des Konflikts. Mehrere Staaten - auch Deutschland - haben ihre Hilfsmittel für Sri Lanka eingefroren. (leix)

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