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Aktuell Europa

Schwere Kämpfe in der Ostukraine

In der Separatistenhochburg Donezk soll es zu den schwersten Gefechten seit der Einigung auf eine Waffenruhe im September gekommen sein. Mehrere Militärkonvois ohne Kennzeichnung wurden im Rebellengebiet gesichtet.

In der unmittelbaren Nähe zum Stadtzentrum von Donezk sei in der Nacht zum Sonntag schweres Artilleriefeuer zu hören gewesen, berichten Reporter vor Ort. Es schien aus umliegenden Gebieten zu kommen, die zum Teil von den Rebellen, zum Teil von den Regierungstruppen gehalten werden. Nach Angaben des Stadtrates wurden einige Wohngebäude beschädigt, die Feuerwehr sei im Einsatz. Anwohner sprechen auch von Kämpfen am Flughafen. Dort ist es seit Mitte April immer weder zu Gefechten gekommen.

Zudem berichten Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über unmarkierte Konvois von Panzern, Truppentransportern und Haubitzen auf ukrainischem Territorium. Mehr als 40 Fahrzeuge sollen aus Russland in Gebiete vorgestoßen seien, die von prorussischen Separatisten kontrolliert werden.

Bereits in den vergangenen Tagen

hatte die Regierung in Kiew Russland vorgeworfen, wieder Panzer, Soldaten und Militärgerät in die Ostukraine verlegt zu haben. Die Regierung in Moskau bestreitet in die Kämpfe in der Ostukraine involviert zu sein.

OSZE fordert Einhaltung der Waffenruhe

Angesichts der neuen Gewalt warnte der OSZE-Vorsitzende, der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter, vor einem neuen Gewaltausbruch in der Ostukraine. Zugleich forderte er alle Beteiligten zu verantwortlichem Handeln und zur Einhaltung der Waffenruhe auf. "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Seiten die Minsker Vereinbarungen strikt einhalten und alles unterlassen, was zu einer neuen Eskalation führen könnte", erklärte Burkhalter. Außerdem forderte er den ungehinderten Zugang der OSZE-Beobachter ins Konfliktgebiet - auch mithilfe von Drohnen. In den vergangen Tagen waren Drohnen laut OSZE über dem Rebellengebiet mit Störsignalen angegriffen worden.

Der Feuerpause war am 5. September ausgehandelt worden. Besonders in der vergangenen Woche gab es jedoch wiederholt Zwischenfälle. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich. In dem Konflikt sind seit Mitte April mehr als 4000 Menschen getötet worden.

ab/se (afp, dpa, rtr)