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Politik

Schwere Kämpfe in Afghanistan

Heftige Gefechte, Luftangriffe und Selbstmordanschläge der radikal-islamischen Taliban haben in Afghanistan möglicherweise mehr als 100 Menschen das Leben gekostet.

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Wieder schwere Gefechte im Süden

Die Kämpfe in Südafghanistan, bei denen die US-geführten Koalitionstruppen auch Artillerie und Kampfhubschrauber einsetzten, gehören zu den schwersten seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001.

Nichola Goddard

Die Kanadierin Nichola Goddard kam in Afghanistan ums Leben

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte am Donnerstag (18.5.2006), bei einem Angriff auf einen Polizeiposten in der Provinz Helmand im Süden des Landes seien 40 Taliban-Rebellen und 13 Polizisten ums Leben gekommen. Bei Gefechten in der Nachbarprovinz Kandahar starben nach kanadischen Militärangaben eine kanadische Soldatin und 18 Rebellen. Es war die erste kanadische Soldatin, die beim Afghanistan-Einsatz ums Leben kam.

Kanada verlängert Mandat

Das kanadische Unterhaus in Ottawa hatte erst am Mittwoch mit knapper Mehrheit eine Verlängerung des Militäreinsatzes in Afghanistan um zwei Jahre bis Februar 2009 beschlossen. Die Entscheidung fiel mit 149 gegen 145 Stimmen. Die Abgeordneten folgten damit einem Antrag der konservativen Minderheitsregierung von Ministerpräsident Stephen Harper. Kanada hat 2300 Soldaten in Kandahar stationiert. Das Mandat sollte ursprünglich im Februar 2007 auslaufen.

Bei einem Selbstmordanschlag in der westafghanischen Stadt Herat kamen ein amerikanischer Polizeiausbilder und der Attentäter ums Leben, wie die US-Botschaft in Kabul mitteilte. Die örtliche Polizei hatte zunächst gesagt, ein italienischer Soldat der Internationalen Schutztruppe ISAF sei bei dem Anschlag gestorben. Das bestätigte sich jedoch nicht. Bei einem Selbstmordanschlag in der südostafghanischen Provinz Ghasni wurden nach offiziellen Angaben der Attentäter und ein afghanischer Zivilist getötet. Die Taliban bekannten sich zu beiden Anschlägen.

Taliban besonders im Süden aktiv

Das schwere Feuergefecht in Helmand hatte nach Angaben des Innenministeriums am Mittwoch begonnen und bis Donnerstagmorgen gedauert. Die Kämpfe in Kandahar waren am Mittwoch ausgebrochen, nachdem Koalitionstruppen von Rebellen unter anderem mit Panzerfäusten beschossen worden waren.

Im Süden Afghanistans sind radikal-islamische Rebellen besonders aktiv. Die Provinzen Helmand und Kandahar, wo es erst am Sonntag zu heftigen Gefechten kam, sind Hochburgen der Taliban. In Kandahar sind derzeit 2200 kanadische Soldaten als Teil der US-geführten Koalitionstruppen stationiert. Die USA wollen die Zahl der Koalitionssoldaten im Süden Afghanistans abbauen, dafür soll die ISAF dort mehr Verantwortung übernehmen. Derzeit sind rund 19.000 US-Soldaten in Afghanistan, diese Zahl soll bis etwa August auf 16.500 sinken. Die ISAF will im Gegenzug 6000 Soldaten aus Kanada, Großbritannien und den Niederlanden in der Unruheregion stationieren.

Deutsche Soldaten sollen nicht im Süden stationiert werden. Die Bundeswehr übernimmt stattdessen im Juni das Kommando über die ISAF im gesamten Norden Afghanistans. Der Schwerpunkt des deutschen Einsatzes wird dafür von der Hauptstadt Kabul ins nordafghanische Masar-i-Scharif verlegt. Dort baut die Bundeswehr derzeit ihr größtes Feldlager außerhalb Deutschlands. (stl)

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