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Schwere Kämpfe im Tschad

Drei Wochen vor der Präsidentenwahl herrscht im Tschad Bürgerkrieg: Soldaten und Rebellen haben sich heftige Kämpfe um die Haupstadt Ndjamena geliefert. Es gibt mindestens 150 Tote.

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Flüchtlinge aus Darfur im Tschad

Bei den Kämpfen im Tschad hat es nach Angaben von Verteidigungsminister Bichara Issa Djadallah 150 Tote gegeben. Der Minister sprach am Freitag im französischen Auslandssender Radio France Internationale (RFI)zudem von "mehr als 200 Verletzten" sowie 200 Gefangenen beim gescheiterten Vorrücken der Rebellen auf Tschads Hauptstadt Ndjamena.

"Unter Kontrolle"

Nach Angaben von Staatspräsident Idriss Deby wurde ein Rebellenangriff auf Ndjamena zurückgeschlagen. Die Lage sei "unter Kontrolle", sagte Deby am Donnerstag (13.4.). Die Kämpfer der Vereinten Front für den Wechsel (FUC) seien vollkommen aufgerieben worden.

Kämpfe auch in anderen Landesteilen

Die Rebellen hatten am Dienstag die 400 Kilometer östlich von Ndjamena gelegene Stadt Mongo angegriffen. Ihnen haben sich Überläufer der tschadischen Armee angeschlossen. Kämpfe zwischen Soldaten und Rebellen gab es nach Angaben humanitärer Organisationen auch in der Stadt Adré an der Grenze zum Sudan.

Tschad Ölförderung Präsident Idiss Deby

Präsident Idiss Deby (2000)

Nach einem Angriff der Rebellen auf ein Lager mit Flüchtlingen aus dem Nachbarland Sudan sprach das Flüchtlingshilfswerk UNHCR von einer äußerst Besorgnis erregenden Lage. Während der Tschad dem Nachbarland die Unterstützung von tschadischen Rebellen vorwirft, hat der Sudan die Behörden in Ndjamena beschuldigt, den Rebellen der Darfur-Region Unterschlupf zu bieten.

Die FUC-Rebellen versuchen seit langem, Präsident Idriss Deby zu stürzen. Dieser war 1990 durch einen Putsch an die Macht gekommen und will sich nach 16 Jahren an der Staatsspitze am 3. Mai zur Wiederwahl stellen.

"Rechtmäßig gewählt"

Frankreich ist in der derzeitigen Krise die Hauptstütze des tschadischen Präsidenten. Frankreich hatte erst am Mittwoch seine 1200 Soldaten im Tschad in Alarmbereitschaft versetzt und 150 Mann Verstärkung auf den Weg gebracht. Sie versorgen auf Grund eines Abkommens die "rechtmäßig gewählte Regierung" mit Daten aus Aufklärungsflügen über dem Kampfgebiet. Zudem müssten 1500 Franzosen im Tschad geschützt werden. In diplomatischen Kreisen hieß es, die UNO und die USA wollten einen Teil ihres Personals aus Sicherheitsgründen aus Ndjamena abziehen.

Die internationale Gemeinschaft hat mit großer Besorgnis auf die jüngste Militäroffensive der Rebellen in der zentralafrikanischen Republik Tschad reagiert. Sowohl der UN-Sicherheitsrat als auch die Afrikanische Union (AU) verabschiedeten am Donnerstag Erklärungen, in denen sie alle Beteiligten zu einer friedlichen Lösung des Konflikts auffordern. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete am Donnerstag (Ortszeit) in New York eine Erklärung, in der jeglicher Versuch einer gewaltsamen Machtübernahme verurteilt wird. Gleichzeitig werden die Rebellen aufgefordert, "die Gewalttaten einzustellen und sich am demokratischen Prozess zu beteiligen". Zudem werden die Regierungen des Tschads und des Sudans ermahnt, das Abkommen von Tripolis vom 8. Februar zu respektieren, in dem beide Staaten vereinbart hatten, feindliche Aktivitäten gegen das jeweils andere Land nicht zu unterstützen.

EU-Entwicklungskommissar Louis Michel warnte in Brüssel davor, dass die Flüchtlingslager im Süden und Osten des Landes in den Konflikt hineingezogen werden könnten. US-Vizeaußenminister Robert Zoellick sagte in Washington, die Sicherheit der Flüchtlinge müsse gewährleistet werden. In den Lagern haben seit 2003 mehr als 200.000 Menschen aus der westsudanesischen Unruheprovinz Darfur Zuflucht gefunden. Die Flüchtlingscamps an der Grenze sind immer wieder Ziel von blutigen Angriffen. (sams)