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Politik

Schwere Gefechte um Kundus

Ungeachtet einer angeblichen Kapitulation tausender eingeschlossener Taliban-Kämpfer tobten am Freitag schwere Gefechte um die nordafghanische Stadt Kundus.

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Allianz-Kämpfer vor Kundus

Die Nordallianz setzte Panzer, Artillerie und Granatwerfern ein. Zeitweise hatte sie Unterstützung durch amerikanische B-52-Bomber erhalten. Nach Fernsehberichten versuchten verzweifelte Zivilisten, die Stadt zu verlassen. Kundus ist die einzig verbliebene Talibanbastion im Norden des Landes.

"Wenn die Taliban nicht aufgeben, werden wir sie eliminieren", drohte der Nordallianz-General Raschid Dostum. Er behauptete, der Taliban-General Mullah Feisal habe in Verhandlungen eine Kapitulation bis Sonntag zugesagt. Den schätzungsweise 3000 bis 10.000 Milizionären sei freies Geleit in ihre Heimat versprochen worden.

In Afghanistan waren die Kämpfe zwischen den Taliban und der Nordallianz am Donnerstag erneut aufgeflammt. Nach einwöchiger Belagerung startete die Nordallianz eine Offensive gegen die nördliche Taliban-Bastion Kundus. Neue Gefechte wurden auch aus der Ortschaft Maidan Schahr bei Kabul gemeldet.

Widersprüche und Verwirrung

Über den Ausgang von Verhandlungen über eine Übergabe von Kundus lagen widersprüchliche Berichte vor. Die Taliban-Kämpfer in der Stadt hätten zugesagt, sich bis Sonntag zu ergeben, meldete der US-Fernsehsender CNN. Die britische BBC berichtete, die Verhandlungen seien offenbar gescheitert, es herrsche Verwirrung. Bis zu 200 Taliban-Kämpfer hätten sich dennoch ergeben.

Zweifel bestehen über das Verhalten der ausländischen Kämpfer,. Die meisten kommen aus arabischen Ländern und aus Pakistan. Viele Söldner sollen Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida sein. Sie lehnen eine Aufgabe offensichtlich ab. Der amerikanische Spitzendiplomat Kenton W. Keith sagte in Islamabad, eine Rückkehr der ausländischen Kämpfer in ihre Heimatländer würde man "nicht gerne sehen". Sie sollten gefangen gesetzt werden, bis über ihre Zukunft entschieden sei.

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