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Politik

Schwere Gefechte auf den Philippinen

Bei schweren Kämpfen zwischen muslimischen Rebellen und dem Militär sind auf der südphilippinischen Insel Jolo mehr als 50 Menschen getötet worden. Tausende Inselbewohner sind auf der Flucht.

Soldaten im Urwald, Quelle: AP

Immer wieder geht das Militär im Süden des Landes gegen die Rebellen vor

Nach Militärangaben vom Freitag (10.8.07) sind es die schwersten Kämpfe seit Jahren zwischen militanten Islamisten und Regierungssoldaten auf Jolo. Allein am Donnerstag seien dabei mindestens 57 Menschen getötet worden, darunter 25 Soldaten, ein junger Zivilist und 31 Aufständische, wie ein Militärsprecher mitteilte.

Die Truppen hatten sich nach Militärangaben bis in die Nacht Kämpfe mit etwa 100 Mitgliedern der islamistischen Rebellengruppen Abu Sayyaf und Nationale Moro-Befreiungsfront (MNLF) geliefert. Die Regierungsarmee beschoss Stützpunkte der Rebellen mit Granaten und setzte Kampfhubschrauber ein. Die Gefechte seien am Freitag wegen eines muslimischen Feiertags vorübergehend eingestellt worden, hieß es aus Militärkreisen. Die Kämpfe hatten am Donnerstag begonnen, als Angehörige der Terrorgruppe Abu Sayyaf eine Militäreinheit überfielen.

Das philippinische Militär beschloss nach den Kämpfen, seine Truppenpräsenz auf Jolo zu verstärken. Es würden zwei weitere Bataillone auf die im Süden des Landes gelegene Insel gebracht, sagte ein hoher Befehlshaber am Freitag. Es sei wohl weiter mit heftigen Kämpfen zu rechnen, erklärte er.

4300 Menschen auf der Flucht

In den Kampfgebieten um die Inselstädte Indanan und Maimbung sind nach Behördenangaben mehr als 4300 Menschen auf der Flucht. Angesichts einer drohenden Eskalation der Gewalt forderte die separatistische frühere Rebellenbewegung MNLF die Organisation der Islamischen Konferenz in Dschidda (Saudi- Arabien) zum Einschreiten auf.

Im Süden der Philippinen kämpfen muslimische Rebellen seit Jahrzehnten für eine Unabhängigkeit von der Zentralregierung des überwiegend katholischen Landes.

Abu Sayyaf besonders brutal

Abu Sayyaf gilt als die brutalste der operierenden muslimischen Separatistengruppen. Sie soll mit zwei international gesuchten Topterroristen der mit El Kaida verbundenen Jemaah Islamiya zusammenarbeiten. Die beiden Terroristen sollen sich in Mindanao versteckt halten.

Im April 2000 hatte ein Abu-Sayyaf-Kommando 21 Touristen von der malaysischen Ferieninsel Sipadan nach Jolo verschleppt, darunter die deutsche Lehrerfamilie Wallert aus Göttingen. Die Wallerts waren erst nach monatelanger Geiselhaft wieder freigekommen. (tos)

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