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Nahost

Schwere Anschläge im Irak

Bei schweren Anschlägen im Irak sind mehr als hundert Menschen getötet worden. Obwohl Iraks Truppen ohne US-Unterstützung unfähig sind, gegen die Aufständischen zu kämpfen, wollen die USA Soldaten aus dem Land abziehen.

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Ausgebranntes Auto von einem der Attentäter in Balad

Innerhalb von 24 Stunden kamen bei Anschlägen in den mehrheitlich von Schiiten bewohnten Städten Balad und Hilla 111 Menschen ums Leben, darunter auch Dutzende Kinder. Eric Edelman, Staatssekretär im amerikanischen Verteidigungsministerium, sagte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat", bei der jüngsten Offensive gegen Extremisten in der nordirakischen Stadt Tel Afar hätten die amerikanischen und irakischen Truppen erstmals Kinder entdeckt, die mit Sprengstoff als menschlichen Bomben präpariert worden seien.

Anschlag am Donnerstag

Nur wenige Stunden nach einer blutigen Bombenserie mit 99 Toten in Balad, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, am Donnerstagabend wurden am Freitag bei einem weiteren Anschlag auf einem belebten Markt in Hilla zwölf Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden außerdem mehr als 30 Iraker verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe der südlich von Bagdad gelegenen Stadt mit seinem Wagen in die Luft sprengte. In Balad wurden 124 Verletzte gezählt. Zu den Anschlägen in Balad tauchte am Freitag auf einer Islamisten-Internetseite ein Bekennerschreiben der Terrorgruppe El Kaida im Zweistromland auf. Die Echtheit des Schreibens, in dem
weder die Namen der Selbstmordattentäter noch andere Einzelheiten genannt wurden, war jedoch unklar.

192.000 irakische Sicherheitskräfte

Die USA haben 147.000 Soldaten im Irak stationiert. Die irakischen Sicherheitskräfte bestehen aus 192.000 Soldaten und Polizisten, die so ausgebildet werden sollen, dass sie die Aufgaben der US-geführten Truppen vollständig übernehmen können.

Von den bislang ausgebildeten 120 irakischen Bataillonen könne jedoch im Moment nur eins ohne amerikanische Unterstützung gegen die Aufständischen kämpfen, sagte der Oberbefehlshaber im Irak, General George Casey, am Donnerstag vor dem Streitkräfte-Ausschuss des Senats. Dennoch werde die irakische Armee stärker. Im Juli hatte das Verteidigungsministerium noch von von drei einsatzfähigen Bataillonen gesprochen. Die Ausbildung der irakischen Polizei und des Militärs gilt als Bedingung für einen Abzug der US-Truppen.

Truppenabzug weiterhin geplant

Trotz der zu erwartenden Gewaltwelle hielten die USA an der geplanten Truppenreduzierung im Irak fest, ließ Casey wissen. Der genaue Zeitplan hänge vom politischen Prozess im Irak ab. Fragen nach einem genauen Zeitplan wies er zurück. Die US-Strategie sieht vor, mit dem Abzug der amerikanischen Truppen zu beginnen, wenn die Iraker nach und nach in der Lage sind, den Kampf gegen die Rebellen selbst zu führen.

"Die nächsten 75 Tage sind entscheidend"

Der US-General räumte ein, der Aufbau der Streitkräfte und der Polizei im Irak werde von Unterwanderung durch Aufständische und deren Unterstützern behindert. "Die nächsten 75 Tage sind entscheidend", sagte Casey weiter. (kap/stl)

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