1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Asien

Schweizer verbieten Skiliftexport nach Nordkorea

Winterurlaub in Nordkorea dank Schweizer Lifte? Eine solche Lieferung sei unangemessen, meint die Schweizer Regierung. Doch mindestens ein Nordkoreaner könnte davon profitieren - dank Schweizer Ausbildung.

In 768 Metern Höhe, weit weg von den einfachen Bürgern seines Landes, erträumt sich Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un ein Luxusresort für Wintersportbegeisterte nach europäischen Vorbild. Wie in den Schweizer Alpen sollen Seilbahnen am Masik-Pass (Artikelbild) die Skifahrer in die nordkoreanischen Berge transportieren. Aber die Schweizer spielen nicht mit und haben den Export der Lifte untersagt.

Das Geschäft falle unter die Anfang Juli verschärften Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land, sagte eine Sprecherin des Staatsekretariats für Wirtschaft (SECO). Das Projekt sei ein reines Propaganda- und Luxusprojekt, das circa sieben Millionen Franken (umgerechnet 5,7 Millionen Euro) kosten soll, berichtet die "Basler Zeitung".

Die wirtschaftliche Lage Nordkoreas sei aber sehr schlecht. Die Mehrheit der 23 Millionen Einwohner werde nie in einen Winterurlaub fahren, so das SECO. Fast ein Drittel der Kinder des Landes haben laut Welternährungsprgramm der Vereinten Nationen nicht einmal genug zu essen und leiden an den Folgen von Mangelernährung.

Es sei daher unangemessen, wenn Schweizer Unternehmen das Projekt unterstützten, so die SECO-Sprecherin. Bartholet Maschinenbau dürfe seine Anlagen nicht nach Nordkorea exportieren.

Talfahrt für Kim Jong Un

Der nordkoreanische Staatschef hatte das Luxusskigebiet erst im Juni besucht und versprochen, es bis Ende 2013 fertigzustellen. Für die politische Führung des Landes gilt es als Gegenprojekt zu den olympischen Winterspielen 2018 im benachbarten Südkorea.

Kim Jong Un könnte die geplanten Anlagen auf jeden Fall nutzen. Er ging in der Schweiz unter falschem Namen zur Schule und lernte dort Medienberichten zufolge auch Skifahren.

nis/gmf (afp, rtr)