Schweizer Künstler Hans Erni ist tot | Kultur | DW | 22.03.2015
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Kultur

Schweizer Künstler Hans Erni ist tot

Vom Surrealist zum dekorativen Kunstmaler: Der Schweizer Maler wandelte sich im Laufe seines langen Lebens zum populären Star der Schweizer Kunst. Jetzt ist Hans Erni im Alter von 106 Jahren gestorben.

In der Schweiz kannte ihn jeder. Seine Zeichnungen mit den schwungvollen Kurven und Linien hängen in Schulen oder sind in Büchern abgedruckt. Hans Erni gestaltete Wandbilder für die Vereinten Nationen und das Schweizerische Rote Kreuz.

Angefangen hat der am 21. Februar 1909 geborene Erni als Surrealist. 1932 schloss er sich in Paris der Gruppe "Abstraction Creation" an. Er lernte Künstler wie Pablo Picasso oder Käthe Kollwitz persönlich kennen.

Oft wurde ihm vorgeworfen, dass er seinen surrealistischen Wurzeln den Rücken gekehrt habe, um ein gefälliger Kunstmaler zu werden, der bewusst den Massengeschmack bediene. Seine als Auftragswerke schweizerischer Großunternehmen in den 50er Jahre entstandenen Wandbilder verstärkten diesen Eindruck. Auch seine unverhohlene Sympathie für den Kommunismus kam in der Schweiz nicht gut an. Wegen seiner Überzeugungen wurde Erni sogar eine Zeit lang als "Landesverräter" gebrandmarkt. Er wurde vom Schweizer Staatsschutz observiert und durfte nicht an der Biennale Sao Paolo 1951 teilnehmen.

Trotzdem wurde Erni zu einem der beliebtesten Künstler der Alpenrepublik und Sammler und Verehrer zahlten hohe Preise für seine Werke. Nun ist er im Alter von 106 Jahren in der Schweiz verstorben.

so/hf (dpa, Neue Züricher Zeitung)