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Sport

Schweizer Küng ist Abfahrts-Weltmeister

Patrick Küng holt bei der alpinen Ski-WM in den USA überraschend Gold. Mit seinem Sieg in der Königsdisziplin in Beaver Creek feiert der Schweizer den größten Erfolg seiner Karriere.

Patrick Küng streckte die Arme empor und riss den Mund weit auf, als er auf der Anzeigentafel die "1" vor seinem Namen erblickte. Schier aus dem Nichts kürte sich der 31 Jahre alte Schweizer an einem Tag voller Überraschungen in Beaver Creek zum Abfahrts-Weltmeister. Silber sicherte sich vor seinem Heimpublikum der US-Amerikaner Travis Ganong, der im Ziel 24 Hundertstelsekunden hinter Küng lag. Bronze ging an Küngs Teamkollegen Beat Feuz.

Titelverteidiger Aksel Lund Svindal aus Norwegen, der sich vor dreieinhalb Monaten die Achillessehne gerissen hatte, fuhr auf einen starken sechsten Platz. Die Favoriten auf den prestigeträchtigsten Titel dieser WM blieben alle hinter den eigenen Erwartungen. Die österreichischen Top-Speedfahrer Matthias Mayer und Hannes Reichelt landeten in einem bis zum Schluss turbulenten Rennen nur auf den Rängen zwölf und 13, der Norweger Kjetil Jansrud enttäuschte als Goldmedaillen-Anwärter Nummer eins auf Platz 15. Der viermalige Weltmeister Bode Miller aus den USA fehlte verletzungsbedingt.

"Ich glaube, ich träume"

Der Norweger Aksel Lund Svindal steht im Ziel (Foto: EPA/HANS KLAUS TECHT dpa Bildfunk)

Im Ziel: der Norweger Aksel Lund Svindal

Für die Eidgenossen war Küngs Sieg der erste Abfahrtstitel seit Bruno Kernen vor 18 Jahren. "Ich glaub, ich träume", postete der 31-Jährige auf Facebook, während das Rennen noch lief. "Die Abfahrt ist die Königsdisziplin. Wenn man in der Schweiz Ski fährt, dann hat man einen großen Druck", kommentierte er später. Weltcups gewonnen hatte Küng bisher einzig vor einem Jahr in Wengen - die Abfahrt und kurz zuvor in Beaver Creek den Super-G.

Als bester deutscher Skirennfahrer verfehlte Andreas Sander als 17. knapp eine Platzierung in den Top 15, die ursprünglich alle drei DSV-Athleten angepeilt hatten. Nach fehlerbehafteten Fahrten lagen Josef Ferstl (22.) und Klaus Brandner (27.) im Ziel schließlich noch weiter zurück. "Leider war es unten raus schon ein bisschen weich, alles in allem bin ich aber ganz zufrieden", sagte Sander, der im oberen Teil viel Zeit verloren hatte. Ferstl, Ende Dezember immerhin Siebter bei der Weltcup-Schussfahrt von Santa Caterina, haderte mit einem Missgeschick im Mittelteil: "Dieser kleine Fehler kostet viel Zeit. Ich kann mir nicht viel vorwerfen, aber das hat mich das Top-15-Ergebnis gekostet", urteilte der 26-Jährige.

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