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Politik

Schweinegrippe erreicht Japan

Japan erlebt einen sprunghaften Anstieg der Fälle von Schweinegrippe - von 0 auf 130 in 48 Stunden. Auch Indien und die Türkei melden erste Fälle.

Chinesisches Stoppschild Foto: ap

So wie hier in Hongkong scheint die Grippe nicht zu bremsen

Virus unter dem Mikroskop Foto: dpa

A/CA/4/09 Schweinegrippevirus: In Japan auf dem Vormarsch

Die japanischen Gesundheitsbehörden meldeten am Montag (19.05.2009) schon 130 Erkrankte. Der erste Fall war erst am Samstag bestätigt worden. In den beiden betroffenen Provinzen Osaka und Hyogo wurden vorsorglich hunderte von Schulen geschlossen, in Kobe wurden öffentliche Veranstaltungen abgesagt. Bei vielen japanischen Patienten handelt es sich um Schüler, die vor ihrer Ansteckung nicht ins Ausland gereist waren, wie Gesundheitsminister Haruki Ogawa mitteilte.

Regierungschef Taro Aso rief angesichts der schnellen Ausbreitung der Grippe zu Besonnenheit auf. Der Gouverneur von Osaka, Toru Hashimoto, forderte die Bevölkerung auf, sich regelmässig die Hände zu waschen und Atemschutzmasken zu tragen. Die Provinz-Regierung werde alles tun, um die Grippe zu bekämpfen.

WHO-Jahrestreffen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO beobachtet aufmerksam die Ausbreitung der Schweinegrippe in Spanien, Großbritannien und Japan, wie ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation am Sonntag mitteilte. Die Epidemie wird voraussichtlich auch das beherrschende Thema auf der Jahrestagung der WHO sein, die am Montag in Genf beginnt. An dem Treffen nehmen Regierungsvertreter und Gesundheitsexperten aus 193 Mitgliedstaaten der UN-Organisation teil.

Der erste Tote in New York

In den USA gibt es inzwischen mehr Infektionen als in Mexiko, wo das Virus zuerst aufgetaucht war. In Mexiko sind es knapp 2900 Erkrankungen und 66 Tote. Aus den USA wurden über 4700 Infektionen und sechs Tote gemeldet. Erstmals ist in New York ein Mensch an der Schweinegrippe gestorben. Bei dem Opfer handelt es sich um einen Angestellten einer Schule im Stadtteil Queens, wie ein Krankenhaussprecher mitteilte. Der Mann sei am Sonntagabend gestorben. In New York war die Schweinegrippe erstmals vor drei Wochen aufgetreten, als mehrere Hundert Schüler in Queens erkrankten.

Reagenzgläser Foto: dpa

Selbst wenn es einen Impftsoff gäbe, würde er nicht reichen

Inzwischen sind 39 Länder von der Grippe betroffen. China meldete unterdessen den dritten Fall. Eine 18-jährige Studentin, die kürzlich aus den USA heimgekehrt war, hat sich mit dem Virus infiziert. In der südchinesischen Provinz Sichuan konnten aber fast 300 Menschen aus der Quarantäne entlassen werden, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

In Kanada, wo sich rund 500 Menschen angesteckt haben, starb ein Mensch an der Grippe. In Costa Rica, das nur neun Infektionen zählt, starb ebenfalls ein Patient. Indien und die Türkei meldeten am Wochenende den jeweils ersten Krankheitsfall auf ihrem Gebiet. In Deutschland sind dem Robert-Koch-Institut zufolge zwölf Krankheitsfälle bekannt.

"Milliarden fehlen"

Falls es noch zu der Schweinegrippen-Pandemie kommen sollte, wird der weltweite Bedarf an Impfstoff laut der WHO nicht gedeckt werden. Es würden "Milliarden von Impfdosen fehlen", sagte die WHO-Direktorin für Impfstoffe, Marie-Paule Kieny, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Länder wie Deutschland hätten lange bestehende Verträge mit Impfstoffherstellern, die diese verpflichten, genügend Impfstoff zu liefern. Selbst wenn die Impfstoffproduktion bald in Gang komme, würde aber für die armen Länder "absolut nichts übrig sein", mahnte Kieny.

(sam/gf/afp/ap/rtrs)

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