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Testseite Politik

Schweinegrippe breitet sich weiter aus

In Spanien wurde der erste Fall der Erkrankung in Europa bestätigt, zwei weitere später in Großbritannien. Die Weltgesundheitsorganisation verschärfte ihre Pandemie-Warnung um eine Stufe.

Clown mit grüner Perücke und blauem Mundschutz(Bild: AP)

Auch Clowns tragen in Mexiko Mundschutz

Am stärksten von der Schweinegrippe betroffen bleibt Mexiko. Weitere Verdachtsfälle werden aus mehreren europäischen Staaten gemeldet. Die Europäische Kommission warnte am Montag (27.04.2009) vor Reisen nach Mexiko und in die USA. Die EU berief mit Blick auf eine drohende Pandemie eine ganze Serie von Krisentreffen ein. Am Montag besprachen die EU-Außenminister in Luxemburg sowie die Gesundheitsexperten der Ländervertretungen die Situation.

Die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten wollen am Donnerstag zu einem Krisentreffen zusammenkommen. Trotz weltweiter Vorsichtsmaßnahmen werden immer neue Erkrankungen und Verdachtsfälle gemeldet. Die Angst vor einer weltweiten Pandemie wächst, nachdem der Schweinegrippenvirus so mutierte, dass auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist.

Auch nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich das Risiko für eine weltweite Ausbreitung der Schweinegrippe deutlich verschärft. Die UN-Organisation hob ihre Pandemie-Warnung am Montagabend um einen Rang auf Stufe vier an und rief die Staaten gleichzeitig zu weiteren Vorsorgemaßnahmen auf. Stufe vier bedeutet, dass vor einer um sich greifenden Übertragung zwischen Menschen gewarnt wird, die den Boden für einen Ausbruch innerhalb größerer Gemeinschaften bereiten kann.

Schweinegrippe nun auch in Neuseeland

Schweine im Stall (Bild: dpa)

Sie sehen so harmlos aus. Dennoch, der Krankheitserreger ging von ihnen aus

In Neuseeland bestätigte die Gesundheitsbehörde elf Infektionen. Es handelt sich um elf Studenten, die auf einer Studienreise in Mexiko gewesen waren. Auch in Israel wurde bei einem Mann, der zuvor nach mexiko gereist war, eine Erkrankung registriert. In Spanien hat sich ein zweiter Verdachtsfall auf Schweinegrippe bestätigt. Ein Patient in einem Krankenhaus in Valencia wurde positiv auf das Virus getestet, wie Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez in Madrid mitteilte. Der Zustand des Betroffenen sei aber nicht ernst.

Erste Verdachtsfälle in Deutschland

In Deutschland gibt es drei neue Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Dies gaben das Robert-Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium in Berlin bekannt. Untersucht werden ein Ehepaar und ein dritter Patient aus Süddeutschland. Alle waren zuvor in Mexiko.

EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou riet von Reisen in die betroffenen Länder ab. "Ich persönlich würde unnötige Reisen in die Gegenden, in denen sich die Krankheit häuft, vermeiden, um das Risiko einer Ansteckung sowie der Verbreitung der Krankheit zu verringern", sagte Vassiliou in einer Videobotschaft am Montag in Brüssel.

Mexiko nach wie vor am stärksten betroffen

Vereinzelte Menschen auf einem Platz in Mexiko-Stadt (Bild: AP)

Gähnende Leere. Die meisten Mexikaner bleiben aus Angst zu Hause


Vermutlich seien schon rund 150 Menschen an der Schweinegrippe gestorben, teilte der mexikanische Gesundheitsminister José Ángel Cordova mit. Zuvor war die Zahl mit knapp über 100 angegeben worden. Mehr als 1600 Menschen werden wegen des Verdachts auf Schweinegrippe behandelt. Rund 400 Betroffene befinden sich in Krankenhäusern zum Teil unter strenger Quarantäne. Die Regierung erwägt, die Hauptstadt Mexiko-Stadt abzuriegeln. Staatschef Felipe Calderón warnte jedoch vor einer Panik. In zahlreichen Städten waren die Straßen und öffentlichen Plätze leergefegt. Viele Menschen deckten sich mit Vorräten ein, um sich auf einen längeren Aufenthalt zu Hause vorzubereiten. Schulen, Museen und andere öffentliche Orte blieben bis auf weiteres geschlossen. Die Weltbank sagte Mexiko 25 Millionen Dollar Soforthilfe für den Kauf medizinischer Ausrüstung zu. Mittelfristige Schutzmaßnahmen sollen mit weiteren 180 Millionen Dollar unterstützt werden.

Die USA kündigten an, im Rahmen des Notfallplans alle aus infizierten Gebieten kommenden Reisenden zu überprüfen. Verdachtsfälle und Erkrankungen werden auf dem amerikanischen Kontinent aus den USA, Kanada, und Brasilien gemeldet. Auch Neuseeland und Israel melden Erkrankungen mit Symptomen der Schweinegrippe.

Überspringen der Krankheit nach Deutschland gilt als wahrscheinlich

Der Präsident des Berliner Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker, sagte, es sei wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis der Schweinegrippe-Erreger Deutschland erreichen werde. Das Virus H1N1 scheine über alle Eigenschaften für eine weltweite Verbreitung zu verfügen, sagte Hacker der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Auch nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO hat der Erreger das Potenzial zum Auslösen einer Pandemie. Die WHO befürchtet zudem weitere Mutationen, die das Virus noch gefährlicher machen könnten. (qu/wga/gri/mm/rri/je/afp/dpa/ap)

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