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Welt

Schweigeminute für Opfer in Norwegen

Landesweit gedachten die Norweger am Mittag den Anschlagsopfer in Oslo und auf der Insel Utoya. Fahnen wehten auf Halbmast, das öffentliche Leben stand still. Der mutmaßliche Täter wurde dem Haftrichter vorgeführt.

Blumen und norwegische Flagge (Foto: dapd)

Stille. Im Gedenken an die Opfer der blutigen Anschläge in Oslo und auf der Insel Utoya versammelten sich um 12.00 Uhr am Montagmittag (25.07.2011) vor dem Universitätsgebäude in Oslo Ministerpräsident Jens Stoltenberg und die königliche Familie sowie tausende Bürger.

Kondolenzbuch liegt aus

Blumen und Grabkerzen auf dem Campingplatz Utvika (Foto: dapd)

Die Trauer lähmt das ganze Land

Die Königsfamilie und der Premierminister trugen sich anschließend ins Kondolenzbuch ein, das in der Aula der Universität ausliegt. An dem öffentlichen Gedenken beteiligten sich aus Solidarität mit Norwegen auch Schweden, Dänemark, Island und Finnland. Dort hatten die Regierungen die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Opfer ebenfalls zu würdigen. An sämtlichen offiziellen Gebäuden standen die Landesfahnen zum Zeichen der Trauer auf Halbmast.

In Norwegen stand auch der Schienenverkehr um 12.00 Uhr für eine Minute still, auch an den Flughäfen und an der Börse wurde die Arbeit während der Schweigeminute niedergelegt. Tausende Menschen standen an, um sich ebenfalls in das Kondolenzbuch einzutragen.

Opferzahl korrigiert

Hilfkräfte mit Botten im Wasser vor der Insel Utøya (Foto: dapd)

Noch steht die Opferzahl nicht fest

Drei Tage nach dem Anschlag auf ein Jugendlager auf der norwegischen Insel Utoya hat die Polizei die Zahl der Todesopfer nach unten korrigiert. Bei der Schießerei seien 68 und nicht wie zuvor berichtet 86 Menschen getötet worden, teilte die Polizei mit. Die höhere Zahl sei zu einer Zeit veröffentlicht worden, als sich die Polizei auf die Sicherung des Geländes und die Hilfe für Überlebende konzentriert habe, sagte ein Polizeisprecher.

Die Zahl der Todesopfer bei dem Bombenanschlag in der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde unterdessen nach oben korrigiert. Acht Menschen seien im Regierungsviertel getötet worden, teilte die Polizei mit. Bisher war von sieben Todesopfern die Rede. Die Gesamtzahl der Toten bei beiden Anschlägen sank demnach von 93 auf 76.

Stiefbruder von Mette-Marit unter den Opfern

Auch der Halbbruder der norwegischen Prinzessin Mette-Marit, Trond Berntsen, ist unter den Opfer von Utøya. Eine Palastsprecherin bestätigte entsprechende Presseberichte. Der 51-Jährige war Polizist, zum Zeitpunkt des Massakers am Freitag aber nicht im Dienst. Den Berichten zufolge hatte er versucht, den Attentäter zu stoppen und wurde erschossen.

Der 32-jährige Anders Behringer Breivik wurde am Montag in Oslo dem Haftrichter vorgeführt. Er hat bereits zugegeben, für die Anschläge in der Hauptstadt Oslo und auf der Ferieninsel Utøya verantwortlich zu sein. Der Haftprüfungstermin fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Richterin kam damit einer Forderung der Staatsanwaltschaft nach. Diese beantragte nach Angaben einer Gerichtssprecherin eine Untersuchungshaft von acht Wochen. Üblich sind in Norwegen bis zu vier Wochen.

Eine öffentliche Anhörung in Anwesenheit des Verdächtigen könne die Ermittlungen und die Sicherheit beeinträchtigen, erklärte die Richterin. Breivik hatte eine öffentliche Anhörung gefordert, zu der er in Uniform erscheinen wollte. Die Polizei wiederum lehnte einen öffentlichen Auftritt Breiviks ab, um dem Norweger keine Plattform für Propaganda zu bieten.

Kurz vor der Anhörung hatten aufgebrachte Jugendliche vor dem Stadtgericht in Oslo ein Fahrzeug angegriffen, in dem sie den Todesschützen vermuteten. Sie riefen Beschimpfungen. Schaulustige skandierten "Mörder" und "Verräter".

Autorin: Marion Linnenbrink (dpa, afp)
Redaktion: Stephan Stickelmann/Reinhard Kleber

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