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Globale Zusammenarbeit

Schweden: Wasserarme Landwirtschaft

Ein Großteil des verfügbaren Frischwassers wird in der Landwirtschaft verbraucht. In Schweden ist das bereits ein Thema - vor allem bei den Ökobauern. Sie setzen auf sparsame Methoden bei der Tierzucht.

Göran Gauffin, Bauernhofbesitzer aus Schweden treibt eine Herde Kühe über die Wiese. Foto: Stabby gård

Kuhtreibe vom Sattel aus - Göran Gauffin treibt die Herde

Elisabeth Gauffin hat sich die robusten Gummistiefel angezogen, eine Arbeitsjacke übergestreift und kümmert sich um ihre 180 Milchkühe. Seit 1986 führt die schwedische Landwirtin den Hof Stabby Gård bei Uppsala, vor sechs Jahren erhielt er das ökologische Gütesiegel "Krav". Sparsam mit den Ressourcen umzugehen - vom Wasserverbrauch bis zum Umgang mit den Tieren - ist ihr oberstes Gebot, sagt Gauffin und tätschelt draußen eine Kuh am Futtertrog: "Beispielsweise verbrauchen wir weniger Energie, wenn die Kühe draußen stehen." Unter das beheizte Dach kommen die Tiere nur für kurze Zeit im Winter. "Diese Tiere hier sind gerade in einer Ruhephase. Zwei Monate im Jahr müssen sie keine Milch geben. Dann bekommen sie Nachwuchs und wir melken sie acht bis zehn Monate", erklärt Gauffin.

Energie aus dem Kreislauf

Es gilt, alle Energiequellen des Bauernhofs zu nutzen. Von der Eigenwärme der Kühe bis zum Kuhmist, als Dünger für die Felder. Dazu kommt der nachhaltige Umgang mit dem Anbau von Getreide. Um Monokulturen zu vermeiden, werden im Wechsel Erbsen und Raps angebaut. Und die Ressource Wasser wird immer stärker zum Thema, sagt die Landwirtin: "Schweden ist ein wasserreiches Land. Uns geht es gut, denn wir haben viel davon. Doch wenn es lange heiße Phasen im Sommer gibt, merken auch wir, dass Wasser zur Mangelware wird." Bisher musste sie noch nicht darüber nachdenken, wie viel Wasser sie für einen produzierten Liter Milch braucht - "aber wenn der Klimawandel anhält, wird das auch in ganz Schweden ein Thema werden."

Elisabeth Gauffin mit ihrem Mann Göran Gauffin vor ihrem Stall Foto: Stabby gård

Elisabeth Gauffin mit ihrem Mann Göran Gauffin vor dem Stall

Auf dem Hof Stabby ist das schon heute so. Hier wird sparsam mit Bewässerungswasser umgegangen und das benutzte Wasser zweitverwertet, etwa zum Spülen der Ställe. Für die Herstellung von einem Kilogramm Weizen werden bis zu 1000 Liter Wasser benötigt. In dieser Kalkulation von Anthony Allen ist nicht nur das Wasser enthalten, das die Pflanzen zum Wachsen benötigen, sondern auch das Wasser, das für Transport, Lagerung und Verpackung anfällt. Virtuelles Wasser nennt der britische Forscher sein Konzept. Wer täglich Fleisch isst, braucht davon ziemlich viel, sagt Allen. "Ich versuche immer, die Leute mit der Frage aufzurütteln: Bist Du ein Fünf- oder ein Zweieinhalb-Kubikmeter-Mensch? Damit meine ich, ob jemand Lebensmittel für 2500 oder 5000 Liter Wasser pro Tag konsumiert." Vegetarier kämen auf 2500 und Fleischesser auf 5000: "Das ist eine große Menge im Vergleich zu den etwa 150 Litern, die der Mensch täglich zur Körperpflege und zum Trinken braucht", so der Wissenschaftler.

Die Kosten für Wasser sichtbar machen

Das Bild zeigt Anthony Allen - Er plädiert für weniger Verbrauch des virtuellen Wassers. Foto: SIWI

Der Forscher Anthony Allen

70 Prozent der weltweiten Ressourcen werden in der Landwirtschaft verbraucht. Ein enormes Einsparpotential, das Anthony Allen mit seinem Konzept vom virtuellen Wasser verdeutlicht. Auf der Weltwasserwoche in Stockholm wird derzeit intensiv diskutiert, ob der Verbraucher dieses Wasser durch Steuern und Preisaufschläge mittragen sollte. Elisabeth Gauffin hält das für sinnvoll. Denn ökologische Landwirtschaft bedeute auch, dem Verbraucher zu zeigen, wie viel Wasser für die Produktion benötigt werde: "Es geht darum, den Konsumenten über die Herkunft und die Umstände des Produktes zu informieren. Damit kann die Produktionskette verfolgt werden und die Menschen können nachvollziehen, wie gut wir produziert haben."