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Aktuell Europa

Schweden führt wegen Flüchtlingskrise Grenzkontrollen ein

Neben Deutschland ist vor allem Schweden Ziel der in die EU kommenden Flüchtlinge. Jetzt führt das skandinavische Land Grenzkontrollen ein.

Flüchtlinge im schwedischen Malmö (Foto: dpa)

Flüchtlinge im schwedischen Malmö

Schwedens Innenminister Anders Ygeman teilte in Stockholm mit, die "Rekordzahl" eintreffender Flüchtlinge setze die Einwanderungsbehörde unter großen Druck und stelle nach Einschätzung der Polizei eine "Gefahr für die öffentliche Ordnung" dar. Daher würden die Grenzen von Donnerstagmittag an für zunächst zehn Tage wieder kontrolliert.

Dies gelte vor allem auf der Öresundbrücke, die die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit dem schwedischen Malmö verbindet, sowie für die Fährhäfen, sagte Ygeman. Der sozialdemokratische Minister forderte zugleich eine faire Lastenverteilung in Europa. "Unser Signal an die restliche EU ist glasklar: Schweden ist das Land, das in der Flüchtlingskrise die größte Verantwortung übernommen hat", betonte Ygeman.

Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden (Foto. dpa)

Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Fast 200.000 Flüchtlinge

Schweden zählt neben Deutschland zu den von der Flüchtlingskrise am meisten betroffenen EU-Mitgliedern und hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl so viele Asylbewerber wie kein anderes Land aufgenommen. In diesem Jahr erwartet die Regierung 190.000 Neuankömmlinge - doppelt so viele wie die bisherige Rekordzahl, die in den 1990er Jahren erreicht wurde. Das Land hat knapp zehn Millionen Einwohner.

Die Kontrollen an der Grenze sollen vor allem der Migrationsbehörde etwas Luft verschaffen und einen geordneteren Empfang der Flüchtlinge ermöglichen. Seit September sind 80.000 Asylbewerber ins Land gekommen. An den Grenzstationen herrschen zum Teil chaotische Zustände.

Ausnahme im Schengen-Raum

Auch Deutschland hat wegen des Flüchtlingszustroms wieder Grenzkontrollen eingeführt. Sie sind eigentlich in den meisten EU-Ländern im Rahmen des Schengen-Abkommens abgeschafft und dürfen nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden.

Wegen des Flüchtlingsstromes gibt es in Schweden, das für seine liberale Asylpolitik bekannt ist, zunehmend Unruhe. Die Regierung warnte vor einigen Tagen, dass sie Neuankömmlingen keine Unterkunft mehr garantieren könne. Migrationsminister Morgan Johansson hatte erklärt, Neuankömmlinge müssten nach Dänemark oder Deutschland zurückkehren oder sich selbst eine Unterkunft suchen. "Wir haben die Grenze des Machbaren erreicht."

wl/se (dpa, afp, rtr)