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Aktuell Amerika

Schwarzer Teenager von Polizei erschossen

Erneut soll ein weißer Polizist in den USA einen schwarzen Teenager erschossen haben - aus Notwehr, wie die Polizei sagt. Die Mutter des mutmaßlichen Opfers sieht das anders. Hunderte demonstrierten gegen Polizeigewalt.

Wieder ist in den USA ein schwarzer Teenager durch Polizeischüsse getötet worden. Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben in der Stadt Berkeley, nahe Ferguson im US-Bundesstaat Missouri, wo Anfang August der unbewaffnete 18-jährige Schwarze Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden war. Nach Angaben der Polizei hatte ein Beamter zwei junge Männer gestoppt und wegen eines Überfalls auf einen Laden befragt. Dabei soll der 18-Jährige eine Waffe gezogen haben. Der Polizist habe daraufhin drei Schüsse abgegeben und den Mann getötet, erklärte der Polizeichef von St. Louis County, Jon Belmar. Der Beamte habe "Angst um sein Leben" gehabt. Am Tatort sei die Waffe des Toten, eine Neun-Millimeter-Pistole, sichergestellt worden.

Die Polizei machte keine Angaben über den Namen des Toten. Der Mann sei aber wegen Körperverletzung und Raubes polizeibekannt gewesen, erklärte Polizeichef Belmar. Der Beamte trug während des Einsatzes keine Kamera am Körper. Auch die Kamera im Polizeiauto war ausgeschaltet. Eine Frau am Tatort, Toni Martin, gab sich gegenüber mehreren US-Medien als die Mutter des Toten zu erkennen. Ihr Sohn Antonio Martin sei mit seiner Freundin unterwegs gewesen. Ihr Sohn sei weggerannt, als er erschossen worden sei.

Proteste gegen Polizeigewalt

Unmittelbar nach dem Zwischenfall kam es am Tatort zu Protesten (Artikelbild), an denen etwa 200 Menschen teilnahmen. Demonstranten lieferten sich Rangeleien mit der Polizei, auch Müllcontainer gerieten in Brand. Auch in New York demonstrierten Hunderte gegen Polizeigewalt, die Proteste blieben friedlich.

Browns Tod und andere Todesfälle Schwarzer durch Polizeigewalt hatten in den USA in den vergangenen Monaten Empörung und landesweite Massenproteste hervorgerufen. In mehreren Fällen wurde die Strafverfolgung der Täter von sogenannten Grand Jurys gestoppt, die überwiegend aus weißen Laienrichtern bestanden. Bei landesweiten Protestmärschen wurde eine grundlegende Justizreform gefordert.

Unbewaffneter Familienvater getötet

Unter den Toten war auch der sechsfache Familienvater Eric Garner, der im Juli in New York im Würgegriff eines Polizisten starb. Garner war wie Brown unbewaffnet - ebenso wie der im November in Cleveland getötete zwölfjährige Tamir Rice, dem eine Spielzeugwaffe zum Verhängnis wurde. Im November wurde zudem der unbewaffnete Schwarze Akai Gurley von einem Polizisten in Brooklyn erschossen.

ab/sti/sc (ap, afp, dpa, rtr)