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Aktuell Welt

Schwarzer Rauch nach der ersten Abstimmung

Der erste Wahlgang im Vatikan hat erwartungsgemäß noch keinen neuen Papst gebracht: Über der Sixtinischen Kapelle stieg schwarzer Rauch auf. Die 115 Kardinäle werden an diesem Mittwoch mit ihrem Konklave fortfahren.

"Extra Omnes": Mit diesen Worten ("Alle raus") wurden am Dienstagnachmittag um 17.30 Uhr alle aus der Sixtinischen Kapelle herausgebeten, die nicht unmittelbar an der Papstwahl beteiligt sind. Dann schlossen sich die Türen und die 115 Kardinäle brachten den ersten Wahlgang hinter sich: Gegen 19.40 Uhr stieg schwarzer Rauch über der Sixtinischen Kapelle auf. Also: Keine Mehrheit, keine Einigung. Das war so auch erwartet worden. Der erste Wahlgang galt vor allem als Test für die Favoriten.

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Blick hinter die Konklave-Mauern

Am Nachmittag waren die wahlberechtigten Kardinäle in einer feierlichen Prozession in die Sixtinische Kapelle eingezogen, um mit der Wahl eines neuen Oberhaupts für die römisch-katholische Kirche zu beginnen. Vor dem ersten Wahlgang wurde jeder einzelne Kardinal vereidigt. Nun wird solange gewählt, bis eine Zweidrittel-Mehrheit auf einen Kandidaten entfällt - und die liegt bei 77 Stimmen.

Morgens hatten die 115 Papstwähler die ihnen zugelosten Zimmer im vatikanischen Gästehaus Santa Marta bezogen. Vor dem Umzug hatten sich einige von ihnen per Twitter verabschiedet. Denn während des Konklaves selbst ist jede Kommunikation nach außen strikt verboten. Der Vatikan hat eigens Störsender eingerichtet.

Rom Konklave beginnt

Der Einzug der Kardinäle in die Sixtinische Kapelle

Ab diesem Mittwoch wollen die Würdenträger jeweils vormittags und nachmittags zweimal wählen. Nach einem erfolglosen Wahlgang schließt sich sofort der zweite an. Erst dann werden die Stimmzettel zusammen mit einer dunklen Rauch-Kartusche verbrannt. Das dürfte jeweils gegen 12.00 Uhr und gegen 19.00 Uhr der Fall sein, sagt Vatikansprecher Lombardi. War die Wahl erfolgreich, werden die Zettel sofort verbrannt - mit einer weißen Rauchpatrone.

Bis zur öffentlichen Verkündung des neuen Papstes informiert also allein der Blick auf den eigens montierten Schornstein über den Stand des Verfahrens.

Aussichtsreiche Kandidaten?

Beobachter rechnen mit einem vergleichsweise kurzen Konklave, auch wenn sich bislang kein klarer Favorit für den Stuhl Petri abzeichnet. Zu den aussichtsreichen Bewerbern zählen der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der deutschstämmige Erzbischof von São Paolo, Odilo Pedro Scherer. Der brasilianische Kardinal könnte auf seine lateinamerikanischen Kollegen sowie auf die Zustimmung der verhältnismäßig großen europäischen Fraktion im Konklave bauen.

Neben Scola und Scherer räumt die italienische Presse dem kanadischen Kurienkardinal Marc Ouellet gute Chancen ein. Auch die US-Erzbischöfe von New York und Boston, Timothy Dolan und Sean O'Malley, lägen gut im Rennen. Und wenn es in den ersten Wahlgängen nicht zu klaren Mehrheiten kommen sollte, könnten die Chancen für Überraschungskandidaten wie etwa den 55-Jährigen Filipino Luis Tagle steigen.

ml/det (dpa, afp, epd, kna, rtr)

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