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Fußball

Schwaches Europa - starkes Südamerika

Das Achtelfinale der FIFA-Fußball-WM in Südafrika ist entschieden, die großen Sensationen sind in dieser Runde ausgeblieben. Aber die Kräfteverhältnisse im internationalen Fußball haben sich dennoch verschoben.

Unbesiegt ins Viertelfinale - Eleno und Kaká feiern einen Treffer (Foto: AP)

Brasilien feiert den Viertelfinal-Einzug

Weltmeister Italien musste ebenso wie "Vize" Frankreich bereits nach der Gruppenphase die Heimreise antreten, solche Überraschungen gab es in der Runde der letzten 16 nicht. Prominentestes Opfer war England, das im Spiel zweier großer Fußballnationen gegen Deutschland die Segel streichen musste. Die übrigen Favoriten aber strauchelten nicht. Neben den Deutschen bleiben auch die früheren Weltmeister Brasilien und Argentinien, sowie Europameister Spanien im Kampf um die WM-Krone am Ball.

Überragende DFB-Elf - Schiedsrichter in der Kritik

Thomas Müller trifft zum 4:1 gegen England (Foto: AP)

Thomas Müller trifft zum 4:1 gegen England

Zwei Begegnungen werden noch lange in Erinnerung bleiben. Deutschland gewinnt unerwartet klar mit 4:1 gegen England. "Das war insgesamt eine grandiose Leistung unserer jungen Mannschaft", hob Bundestrainer Joachim Löw hervor, "spielerisch so zu überzeugen, das hat Spaß gemacht." Weniger Spaß hat die Leistung des Schiedsrichters gemacht, der den klaren Treffer der Engländer zum 2:2 nicht erkannte. "Wir spielen hier mit fünf Schiedsrichtern, die nicht in der Lage sind, den Treffer zu erkennen", mokierte sich Englands italienischer Trainer Fabio Capello zu Recht. "Ich kann diesen Fehler nicht verstehen."

Auch nach der Diskussion zwischen Schiedsrichter Rosetti und seinem Linienrichter bleibt es bei der Fehlentscheidung (Foto: AP)

Schiedsrichter Roberto Rosetti gibt ein Abseitstor für Argentinien

Im zweiten Spiel des gleichen Tages folgte die nächste Fehlentscheidung eines Schiedsrichters. Das 1:0 von Argentinien gegen Mexiko wurde aus klarer Abseitsposition erzielt. Die Forderung nach Torrichtern, Torkameras oder Chips im Ball ließ nicht lange auf sich warten. Der Weltfußballverband FIFA musste reagieren. "Es wäre unsinnig, sich darüber keine Gedanken zu machen", lautete die Antwort von Präsident Joseph Blatter, der sich bei den betroffenen Teams entschuldigte. Bereits im nächsten Monat soll das Thema beim FIFA-Treffen in Cardiff auf die Tagesordnung.

Südamerika überholt Europa

Italiens Fabio Cannavaro und Fabio Quagliarella nach dem WM-Aus (Foto: dpa)

Weltmeister Italien am Ende - Europas Fußball in der Krise

Verschoben haben sich die Gewichte im internationalen Fußball. So schlecht hat sich Europa noch nie bei einer Weltmeisterschaft präsentiert. Nur sechs der dreizehn Starter schafften den Sprung ins Achtelfinale der WM, in der Runde der letzten Acht sind nur noch drei europäische Verbände vertreten. Ganz anders das Bild aus südamerikanischer Sicht. Alle fünf Starter erreichten die erste K.o-Runde, im Viertelfinale kämpfen immer noch vier Teams ums Weiterkommen. Beendet ist die WM für die Kontinentalverbände Asiens und Nord- und Mittelamerikas. Und die Afrikaner konnten ihren Heimvorteil auch nicht nutzen. Allein Ghana erreichte das Achtelfinale und schaffte mit dem Sieg gegen die USA sogar den Sprung in den exklusiven Club der acht Besten. Da werden im Blick auf die Fußball-WM 2014 Diskussionen über eine Neuverteilung der garantierten Startplätze nicht ausbleiben.

Autor: Joachim Falkenhagen
Redaktion: Arnulf Boettcher

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