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Wirtschaft

Schwacher Börsengang von Williams

Der Rennstall Williams traut sich als erstes Formel-1-Team an die Börse. Doch wie auf der Rennstrecke, so zeigt sich auch auf dem Parkett: Williams hat einen schlechten Start erwischt.

Rennwagen des Formel-1-Teams Williams (Foto: dppi)

Privatleute interessieren sich für Rennen - für Williams-Aktien weniger

Eigentlich wollte Team-Chef Frank Williams beweisen, dass nicht nur Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone Geld mit dem weltgrößten Motorspektakel verdienen kann. 80 Millionen Euro Erlös hatte sich der Brite von dem Börsengang seiner Firma Williams Grand Prix Holdings Plc erhofft. Zu ihr gehören neben dem Formel-1-Rennstall auch Schwesterfirmen wie beispielsweise Williams Hybrid Power, die sich mit dem Transfer von Formel-Technologie beschäftigt. Doch aus den erhofften 80 Millionen sind nur 60 Millionen Euro geworden.

Teamchef Frank Williams im Rollstuhl (Foto: dppi)

Frank Williams - nach 30 Jahren Motorsport-Geschäft nun auch an der Börse

Dies liegt zum einen daran, dass anstelle der ursprünglich geplanten 27 Prozent nur 24 Prozent des Unternehmens veräußert wurden. Zum anderen aber musste Frank Williams einsehen, dass die geplante Preisspanne von 24 bis 29 Euro zu optimistisch angesetzt war. Wegen zu geringer Nachfrage musste er diese auf 25 bis 27 Euro zurücknehmen.

Zeitweise unterm Ausgabewert

Die Aktien starteten am Mittwoch mit 25,25 Euro knapp über dem Ausgabekurs von 25 Euro in den Parketthandel der Frankfurter Börse. Im elektronischen Handel Xetra lag die Erstnotiz mit 24,21 allerdings niedriger. Nach dem Handelsstart rutschten die Aktien weiter ab und lagen am Vormittag zeitweise bei 23,70 Euro.

Die Hoffnung, mit dem Schritt an die Frankfurter Börse Formel-1 begeisterte Anleger zu gewinnen, hat sich für das Williams-Team nicht erfüllt. Gekauft haben fast nur institutionelle Investoren, Kleinanleger griffen kaum zu.

Ein Kurshändler läuft an der Frankfurter Wertpapierbörse an einer Xetra-Werbetafel vorbei (Foto: AP)

Eine Erstnotiz von 24,21 Euro - mehr erreichte die Williams-Aktie im Xetra-Handel nicht

Der Formel-1-Rennstall gewährt mit dem Börsengang einen Einblick in sein Geschäft. Allerdings können Investoren und die Konkurrenz nicht allzu tief in die Bücher blicken. So räumte Geschäftsführer Adam Parr Anfang Februar ein, dass die Entscheidung des britischen Teams für die Deutsche Wertpapierbörse mit den niedrigen Transparenzanforderungen im schwach regulierten Entry Standard zu tun habe. Außerdem kann man dort nach britischen Vorschriften bilanzieren.

Mehrheit bleibt bei Williams

Die 60 Millionen Euro kommen zum großen Teil Mitgründer Patrick Head zugute, der aus dem operativen Geschäft aussteigen will und deshalb seine Beteiligung auf neun von 23,5 Prozent reduziert hat. Der 68-jährige Williams hält auch nach dem Initial Public Offering (IPO) eine knappe Mehrheit. Der Rennstall ist damit rund 250 Millionen Euro wert. Organisiert hatten den Börsengang die schweizerische Bank am Bellevue und die deutsche Baader Bank.

Autor: Jutta Wasserrab (dpa, rtrd, sid)
Redaktion: Monika Lohmüller