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Wirtschaft

Schwache Wall Street löst Abgabedruck aus

Gleich dreimal hat die deutsche Börse am Mittwoch (28.8.2002) Nackenschläge einstecken müssen: erst die schlechten Vorgaben aus den USA, dann den Ifo-Geschäftsklima-Index und zuletzt den Rückwärtsgang der Wall Street.

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Die Verluste der Hightech-Aktien waren wieder einmal besonders hoch

Erst einmal wurden am Morgen die äußerst schlechten Daten vom Vorabend aus den USA vom Vortag verdaut, dann kam der Ifo-Index aus München, der nicht nur schlecht, sondern schlechter als erwartet ausfiel, und schließlich ging es am Nachmittag auch an der Wall Street weiter kräftig nach unten. Kein Wunder also, der DAX deutlich im Minus schloss, nämlich bei 3.682 - ein Minus von 168 Punkten oder 4,4 Prozent. Am Neuen Markt verlor der Auswahl-Index NEMAX 50 20 Zähler oder 3,9 Prozent auf knapp 502 Punkte.

Die Abwärtsbewegung erfasste nahezu alle Werte und sämtliche Branchen im DAX, nur MAN Stämme und ThyssenKrupp konnten sich gegen den Trend wehren.

Anfangs waren die Verluste High-Tech-Aktien besonders hoch. Eine Umsatzwarnung des amerikanischen Netzwerkausrüsters Nortel Networks drückte ebenso auf die Kurse wie negative Analystenkommentare zur Situation auf dem weltweiten Halbleitermarkt und im Telekom-Sektor. Siemens verloren 5,8, Epcos 3,5 und SAP gaben sogar 6,2 Prozent ab. Die Technologietitel hatten allerdings im Handelsverlauf die rote Laterne an die Finanz- und Versicherungstitel abgegeben, ohne dass es dafür erkennbare Gründe oder neue Nachrichten gab. So verloren Allianz 6,2 Prozent, Münchener Rück 6,7 Prozent, der Finanzdienstleister MLP und die Bankentitel zwischen drei und knapp sechs Prozent.

Mit der Entscheidung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC vom Dienstagabend steht nun fest, dass auch die Vorstandschefs und Finanzvorstände deutscherer Firmen, die an den US-Börsen notiert sind, die Richtigkeit ihrer Bilanzen per Unterschrift beglaubigen müssen. Der BDI hatte zusammen mit betroffenen deutschen Firmen - darunter Allianz AG, DaimlerChrysler AG, Deutsche Bank AG und Deutsche Telekom AG schriftlich um eine Freistellung von der Vorschrift gebeten - allerdings ohne Erfolg.

Am Rentenmarkt gewann der Index REX 0,23 Prozent auf 114,68 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,4 Prozent auf 110,51 Punkte. Die Umlaufrendite wurde von der Bundesbank bei 4,44 Prozent ermittelt, fünf Stellen niedriger als am Dienstag.

Der Kurs des Euro erholte sich kräftig. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9826 US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0176 Euro.

Hier die Schlusskurse der 30 deutschen Standardwerte, diese wie auch alle anderen Angaben wie immer ohne Gewähr:

DAX-Werte Kurs Veränderung

adidas-Salomon 77,81 (- 1,34)
Allianz 135,50 (- 10,30)
BASF 40,65 (- 1,34)
Bayer 23,90 (- 1,10)
HypoVereinsbank 22,32 (- 1,37)
BMW 38,58 (- 1,05)
Commerzbank 11,42 (- 0,34)
DaimlerChrysler 43,30 (- 2,75)
Degussa 29,95 (- 0,06)
Deutsche Bank 62,25 (- 3,05)
Deutsche Post 10,95 (- 0,08)
Deutsche Telekom 11,24 (- 0,21)
E.ON AG 51,00 (- 2,14)
EPCOS 15,82 (- 0,57)
Fresenius Med. Care 30,35 (- 0,86)
Henkel 67,85 (- 0,35)
Infineon Techno 11,78 (- 0,14)
Linde 42,43 (- 0,32)
Lufthansa 12,77 (- 0,45)
MAN 20,58 (+ 0,10)
Metro 25,85 (- 1,01)
MLP 15,85 (- 0,53)
Münchener Rück 183,20 (- 13,05)
TUI AG 21,50 (- 1,00)
RWE 36,85 (- 1,42)
SAP 78,00 (- 5,18)
Schering 56,45 (- 0,45)
Siemens 48,30 (- 2,95)
ThyssenKrupp 13,72 (+ 0,01)
VW 46,12 (- 2,37)

Die Referenzkurse der wichtigsten Devisen, ermittelt von der Europäischen Zentralbank: Ein Euro kostete

0, 98 26 US-Dollar oder
0, 63 94 britische Pfund oder
1, 47 06 schweizer Franken oder
116, 02 japanische Yen

  • Datum 28.08.2002
  • Autorin/Autor Rolf Wenkel
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2ay1
  • Datum 28.08.2002
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