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Wirtschaft

Schwächelnder Euro dämpft Konsumlaune

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im Frühsommer eingetrübt. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen der Bürger gingen deutlich zurück.

Himmel und Wolken (Foto: Bilderbox)

Wolken am frühsommerlichen Konsumhimmel

Zahlreiche LCD Fernseher (Foto: AP)

Kostspielige Anschaffungen werden zurück gestellt

Die Schuldenkrise in Europa hat der Verbraucherstimmung in Deutschland einen deutlichen Dämpfer verpasst. Das Barometer für das GfK-Konsumklima fiel im Juni auf 3,5 Punkte von 3,7 Zählern im Vormonat. Das teilten die Nürnberger GfK-Marktforscher nach einer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mit. Während die Forscher unter den Befragten nur eine leichte Zurückhaltung bei der Anschaffung von Möbeln oder anderen kostspieligen Gegenständen verzeichneten, gingen die Konjunktur- und Einkommenserwartungen spürbar zurück. Dabei stiegen die Bruttolöhne in Deutschland im ersten Quartal wieder an, um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Kurzarbeit weiter zurückgeht. In der schweren Rezession waren die Bruttolöhne im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent zurückgegangen.

Die Schuldenkrise hinterlässt Bremsspuren

Die Schuldenkrise hat nach Ansicht von Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der DekaBank in Frankfurt, den Konsumenten vor Augen geführt, dass die Konsolidierung des Bundeshaushaltes dringend notwendig ist. "Die Verbraucher rechnen nun mit einer schwächeren Einkommensentwicklung. Die Krise hat aber offensichtlich auch Zweifel an der Erholung geweckt, denn die Konjunkturerwartungen sind ebenfalls gesunken." Angesichts der Inflationspanik, die bereitet werde, sagt Jürgen Michels, Euroland-Chefvolkswirt der Citigroup, sei es erstaunlich, dass es keinen größeren Rückgang des Konsumklimas gebe. Michels sagt voraus, dass der Index auf einem niedrigen Niveau bleibe.

Verbraucher sehen Wirtschaftserholung gefährdet

Eine griechische Ein-Euromünze (Foto: dpa)

Wirtschaftserholung durch griechisches Rettungspaket gefährdet?

Noch im April hatte die gute Entwicklung der Wirtschaft nach der Krise für gute Stimmung bei den Verbrauchern gesorgt, die nur von den hohen Energiepreisen getrübt worden war. Nun fürchten die Deutschen laut GfK, die Rettungspakete für Griechenland und der schwächere Euro könnten die deutsche Wirtschaft in ihrer Erholung beinträchtigen. Die Konsumenten erwarten nach der GfK-Umfrage, dass die Inflation steigt und die Kaufkraft entsprechend sinkt. Das hat traditionell Auswirkungen auf die Bereitschaft, Geld auszugeben. Sollten die Diskussionen um die Euro-Stabilität und die Staatsschulden aber in absehbarer Zeit nachlassen, bestehen nach Einschätzung der GfK gute Aussichten, dass die günstigen Rahmenbedingungen, wie der robuste Arbeitsmarkt, wieder mehr in den Vordergrund rücken. Dann könne sich der Privatkonsum auch wieder stabilisieren.

Autor: Monika Lohmüller (reuters, dpa, afp)

Redaktion: Zhang Danhong