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Politik

Schutzlos wie die Katzen Roms?!

Was hat die Irak-Krise und dem Palästinenser-Konflikt zu tun? Diese Frage wird in vielen arabischen Tageszeitungen vom Dienstag (4.3.) kommentiert. Auch eine mögliche Abdankung Saddam Husseins findet Beachtung.

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Die in London erscheinende überregionale Zeitung Al-Hayat fragt: Wird Israels Premier Ariel Scharon den Krieg ausnutzen, um den Gaza-Streifen zu besetzen und sich des Palästinenser-Präsidenten Jasser Arafat zu entledigen? Die Antwort lautet: "Ja". Im Kommentar wird darauf verwiesen, dass die Israelis zunehmend Gewalt einsetzen und die Hamas-Organisation ihre Angriffe von Hamas über die so genannte "Grüne Linie" hinaus fortsetzen. "Wenn die Führer im arabischen Gipfel die Lage objektiv analysieren, dann werden sie erkannt haben müssen, dass das Vorgehen Scharons gegen die Palästinenser vollständig mit der amerikanischen Führung koordiniert wird. Die politischen, militärischen und strategischen Ziele gehen weit über die Grenzen der West-Bank und des Gaza-Streifens hinaus. Sie umfassen weit mehr, als lediglich die palästinensische Verwaltung unter Druck zu setzen oder die Hamas zu verfolgen, wie die Israelis behaupten."

Der ägyptische Abgeordnete Mustafa Al-Fiqqi geht in einer Analyse in der selben Zeitung einige Jahre zurück, um den Zusammenhang zwischen des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern und der Irak-Krise zu ergründen: Die Entwaffnung des Irak sei vor allem ein israelisches Ziel, das sich die Amerikaner zu eigen gemacht hätten. Er schließt seinen Beitrag mit den Worten: "Die Sicherheit der Region stellt eine ganzheitliche Frage dar. Nach Israels Einfluss muss man bei jeder Angelegenheit suchen - angefangen beim palästinensischen Problem bis hin zur Irak-Krise."

Nicht wegsehen

Die ägyptische Zeitung Al-Ahram kritisiert, dass die arabischen Staaten die Ereignisse in Palästina bereits vor dem Krieg vernachlässigt hätten. Die Zeitung fragt, wie sie sich verhalten würden, wenn der Krieg ausbreche. Zudem wird eine lange Liste von "Untaten" der Israelis aufgeführt, durch die Tausende Palästinenser obdachlos geworden sind. In diesem Zusammenhang zitiert der Kommentator einen italienischen Zeitungsbericht über eine Demonstration für "150.000 obdachlose Katzen in Rom" und stellt die Frage: "Wann werden die Palästinenser den Katzen von Rom gleichgestellt?"

Auch die syrische Zeitung Teschreen beschäftigt sich mit den jüngsten israelischen Operationen im Gaza-Streifen und der West-Bank. Dies sei - so wörtlich - "eine bewusste Prüfung für die Ernsthaftigkeit der Aussagen der arabischen Staaten". Nach dem Beirut-Gipfel vor einem Jahr habe Israel mit dem Angriff gegen die Stadt Dschenin genauso gehandelt. Damals hätten die arabischen Staaten keine Reaktion gezeigt. Deswegen hätten die Israelis freie Hand bis zum heutigen Tag. In diesem Zusammenhang betont der Leitartikel in Teschreen, wie wichtig es sei, dass die arabischen Staaten ihre Ankündigungen in Scharm-El-Scheich und in Beirut verwirklichten.

Saddam Hussein verschwindet – und dann?

Die wachsende Unterstützung in den Golfstaaten für die Initiative der Vereinigten Arabischen Emirate für einen Rücktritt des irakischen Präsidenten Saddam Hussein findet besondere Interesse in einigen Zeitungen, besonders in der Golfregion: Im Leitartikel der in den Arabischen Emiraten erscheinenden Zeitung Al-Ittihad wird die Zustimmung zu der Initiative als sicher bezeichnet. Die Zeitung sieht darin einen Ersatz für das "Scheitern des arabischen Gipfels" und schreibt weiter: "Die Chance ist dann realistisch, das irakische Volk vom Krieg zu erretten und der gesamten Region sowie der Welt die weitreichende Folgen dieses Krieges zu ersparen. Schließlich ist das das Ziel aller Araber und Muslime."

In der libanesischen Zeitung As-Safir glaubt der Kommentator Hani Fa`hs zu erkennen, dass die arabischen Staaten vor der Entscheidung stehen, ob sie nun alles daran setzen, dass der irakische Präsidenten seinen Stuhl räumt. Hier heißt es: "Die Völker zahlen den Preis, wenn die USA einen Diktator entmachtet und einen Ersatz-Diktator einsetzt. Darüber hinaus ist sicher, dass eine erzwungene Demokratie zwangsläufig in eine Diktatur mündet."

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