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Europa

Schulterschluss im Kampf gegen den Terror

Angesichts der Anschläge in Istanbul haben US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den Terror bekräftigt. Der Irak sei das "Hauptschlachtfeld".

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Zwei Männer - ein Ziel

Die neuen Anschläge in der Türkei würden den Einsatz der USA und Großbritanniens in Irak in keiner Weise schmälern, sagte Blair nach einem Treffen mit dem US-Präsidenten am Donnerstag (20.11.2003). Im Kampf gegen den Terror dürfe es kein Zögern und keine Kompromisse geben. "Sie hassen die Freiheit. Sie hassen freie Nationen", sagte Bush über die Attentäter. Blair kündigte an, an der Seite der USA entschlossen gegen den Terrorismus zu kämpfen.

Lücken im Sicherheitssystem?

Inzwischen hat sich ein anonymer Anrufer gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu im Namen von El Kaida und der Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten (IBDA-C) zu der "gemeinschaftlichen Aktion" in Istanbul bekannt. Er kündigte weitere Anschläge an. Ziele der Anschläge am Donnerstag (20.11.2003) waren das britische Konsulat und zwei Filialen der britischen Bank HSBC. Bei der Explosion vor dem Konsulat im Viertel Beyoglu kamen laut Justizminister Cemil Cicek 15 Menschen ums Leben, 198 wurden nach Polizeiangaben verletzt. Unter den Toten ist auch der britische Konsul.

Insgesamt waren bei den Bombenexplosionen mindestens 25 Menschen getötet und rund 400 weitere verletzt worden. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan kritisierte 'Unzulänglichkeiten' der Geheimdienste, die die Selbstmordattentate erleichtert haben könnten. Der britische Außenminister Jack Straw wollte nach türkischen Angaben noch am Abend nach Istanbul fliegen. Zur Unterstützung der Ermittlungen schickt Scotland Yard 16 Anti-Terror-Experten in die Türkei.

"Hauptschlachtfeld" ist Irak

George Bush in London Ehrengarde

George Bush in London, mit der Ehrengarde

Blair und Bush zufolge rechtfertigen Anschläge wie die in der Türkei ihren Einsatz in Irak. Irak sei das "Hauptschlachtfeld" des Anti-Terror-Kampfes, sagte Blair in der Pressekonferenz. Daher werde Großbritannien so lange dort bleiben, "bis die Arbeit getan ist". "Wir müssen sicher gehen, dass wir diesen Terrorismus der früheren Saddam-Hussein-Leute in Irak besiegen und wir müssen das tun, weil es ein wichtiger Teil des Kampfes gegen Fanatismus und Extremismus ist, der unschuldige Menschen tötet", betonte Blair. Durch die Anschläge in Istanbul traten andere Themen, die Blair mit Bush besprechen wollte, in den Hintergrund.

Anschlag "aus der Ferne" auf Bush & Blair?

Auf die Frage eines Journalisten, ob er den Tod britischer Staatsbürger bei den Anschlägen in Istanbul nicht mitzuverantworten habe, indem er Bush zu dem umstrittenen Staatsbesuch eingeladen habe, antwortete Blair: "Verantwortlich sind die Terroristen." Es sei ein Irrtum zu glauben, man werde ihnen entgehen, wenn man sich "in die hintere Reihe wegducke", sagte Blair. "Entweder man besiegt sie oder man wird von ihnen besiegt." Die Anschläge richteten sich auch nicht allein gegen die USA und Großbritannien, sondern gegen eine freiheitlich-demokratische Grundordnung schlechthin.

Anti-Bush-Demonstrationen in London

Protest gegen George Bush Besuch in London

Demonstranten in London

Viele Demonstranten machten ihrer Wut über den Irak-Krieg auf einer Großdemonstration in London Luft. Rund 100.000 Menschen versammelten sich nach Schätzungen der Polizei und zogen am Parlament und dem Amtssitz von Premierminister Tony Blair in der Downing Street vorbei. "Bush und Blair wollten einen Krieg gegen den Terrorismus führen, um die Welt sicherer zu machen", sagte ein 38-jähriger Universitäts-Dozent während des Protestzugs. "Das haben sie nicht getan. Loszugehen und andere Völker zu bombardieren, gibt denen nur mehr Anlass, den Westen zu hassen."

Bombenanschläge wie die in Istanbul seien genau die Reaktion, die er auf die Invasion des Iraks befürchtet hatte, erklärte ein anderer Demonstrant. "Und wir haben Recht behalten." Der Irak-Krieg habe das Risiko von Anschlägen deutlich erhöht. "Nicht nur für uns, sondern für jedes Land, das Großbritannien unterstützt oder in dem es britische Einrichtungen gibt", argumentierte ein 28-Jähriger. (ali/arn)

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