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Top-Thema – Podcast

Schule für den Frieden

Talitha Kumi ist eine christliche Schule in der Nähe von Bethlehem. Deutsche und palästinensische Lehrer arbeiten hier gemeinsam. Wichtig für die Schule ist die Toleranz, auch in politisch schwierigen Zeiten.‎

Mädchen und Jungen auf einem Schulhof

In Talitha Kumi lernen christliche und palästinensische Schüler zusammen

Talitha Kumi liegt auf einem Hügel in der Nähe des Dorfes Beit Jala, zwölf Kilometer südlich von Jerusalem. Wenn man beobachtet, wie fröhlich Mädchen und Jungen hier spielen, könnte man glauben, dass Frieden herrscht. Im Tal ist jedoch die hässliche graue Betonmauer zu sehen, die Israelis von Palästinensern und das Westjordanland vom Rest Israels trennt.

In Talitha Kumi gibt es neben den üblichen Schulfächern zusätzlich Deutsch- und Musikunterricht. Die Schüler sollen Selbstvertrauen und Toleranz lernen, Vorurteile sollen abgebaut werden. Der stellvertretende Direktor Jihad Abu Amsha sagt: "Es ist ein Traum für jede Familie, wenn ihre Kinder hier lernen können."

Die Schule ist ein sehr beliebter Arbeitgeber in der Gegend, über einhundert Angestellte arbeiten hier. Allerdings ist es sehr schwer, deutsche Lehrer zu finden, da diese nur ungern in dem Krisengebiet leben wollen. Die Kämpfe im Gazastreifen überschatten die Arbeit in der Schule.

Die Krise in der Region beeinflusst auch das Leben in der Schule. In den letzten Jahren ist die Zahl der Schüler immer mehr zurückgegangen, weil viele christliche Familien das Gebiet verlassen haben. Einmal sind sogar israelische Soldaten in das Schulgelände eingedrungen.

Trotz der vielen Schwierigkeiten gibt Schuldirektor Georg Dürr nicht auf. Er will weiterhin Verständnis für die andere Seite vermitteln. Denn für ihn ist Talitha Kumi eine Brücke, die Menschen beider Seiten zusammenbringt. Die Schüler sollen erkennen, dass auf der anderen Seite der Mauer auch Menschen leben – auch wenn die Mauer hoch ist.

Glossar

Toleranz, die – eine Art zu denken und zu handeln, bei der andere Menschen anders denken und handeln dürfen als man selbst

Hügel, der – ein kleiner Berg

herrschen – hier: die Situation bestimmen

Schulfach, das – eine Einheit, die in der Schule unterrichtet wird, z.B. Deutsch, Mathematik, Biologie

Selbstvertrauen, das – das Vertrauen in das eigene Können

Vorurteile abbauen – dafür kämpfen, dass es weniger Vorurteile gibt

stellvertretend – hier: an zweiter Stelle

ungern – nicht gern

Krisengebiet, das – z.B. ein Gebiet, in dem Krieg herrscht

etwas überschattet etwas – etwas hat negative Wirkung auf etwas anderes

Region, die – die Gegend; das Gebiet

eine Zahl geht zurück – eine Zahl wird kleiner

Gelände, das – hier: ein Stück Land, das jemandem gehört

in etwas eindringen – hier: etwas gewaltsam betreten

etwas vermitteln – dafür sorgen, dass jemand etwas lernt

Fragen zum Text

1. Talitha Kumi ist eine … Schule.

a) christlich-palästinensische

b) israelisch-palästinensische

c) deutsch-israelische

2. Warum ist die Zahl der Schüler zurückgegangen?

a) Die Schule ist zu teuer.

b) Es gibt so wenige Arbeitsplätze in der Region.

c) Viele Familien sind vor dem Krieg geflohen.

3. Talitha Kumi liegt … einem Hügel.

a) auf

b) über

c) in

4. Welche Aussage ist richtig?

a) Über einhundert Angestellte arbeiten in der Schule.

b) Über der Schule arbeiten hundert Angestellte.

c) In der Schule überarbeiten sich die Angestellten.

5. Welcher Satz ist falsch?

a) Georg Dürr kämpft für den Frieden.

b) Deutsche und palästinensische Lehrer kämpfen mit dem Frieden.

c) Talitha Kumi kämpft um den Frieden.

Arbeitsauftrag

Würden Sie als Lehrer in Talitha Kumi arbeiten oder wäre ihnen die Situation zu gefährlich? Diskutieren Sie in der Gruppe und begründen Sie Ihren Standpunkt.

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