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Politik & Gesellschaft

Schulden-Deal für Griechenland noch offen

Über einen Schuldenschnitt für Griechenland muss weiter verhandelt werden. Es werde zusätzliche Gespräche in den nächsten Tagen geben, betonte der Internationale Bankenverband.

Akropolis (Foto: dpa)

Die größten Steine sind aus dem Weg geräumt

Der griechische Schuldenschnitt ist immer noch nicht unter Dach und Fach. Nach mehrstündigen Verhandlungen sprach der Internationale Bankenverband (IIF) in der Nacht zu Samstag von "Elementen eines noch nie dagewesenen freiwilligen Schuldenschnitts". Die Gespräche sollten in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, erklärte ein Sprecher des IIF schriftlich. Es müsse jetzt entschlossen gehandelt werden um diesen "historischen Deal" zum Ende zu bringen und Griechenland, den Euroraum und die Weltwirtschaft zu stabilisieren, hieß es weiter. Zuvor hatten der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos und der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos mit dem IIF-Chef Charles Dallara mehrere Stunden lang verhandelt.

Gläubiger sollen auf bis zu 70 Prozent verzichten

Eine Einigung würde bis auf Weiteres einen Staatsbankrott des Euro-Mitglieds Griechenland verhindern. Im Rahmen eines freiwilligen Anleihentausches würden die Gläubiger auf 65 bis 70 Prozent ihrer Ansprüche verzichten, hieß es in Bankenkreisen. Im Gegenzug sollen den Gläubigern nach Angaben eines Bankenvertreters neue griechische Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.

Die Regierung in Athen verhandelt seit Monaten mit dem Bankenverband IIF über einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger. Die Finanzwirtschaft soll so helfen, den griechischen Schuldenberg von an die 350 Milliarden Euro (etwa 205 Milliarden bei privaten Gläubigern) um rund 100 Milliarden zu reduzieren.

Das ist die Voraussetzung, damit die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) Gelder aus dem zweiten Griechenland-Hilfspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro auszahlen können.

Ob am Ende tatsächlich genügend private Gläubiger - neben Banken unter anderem Versicherer und Hedgefonds - auf einen großen Teil ihrer Forderung verzichten, ist offen. Vor allem Hedgefonds haben schon Widerstand angekündigt.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann äußerte sich nochmals kritisch zu dem angestrebten Schuldenschnitt. Europa werde das auf lange Sicht teuer zu stehen kommen. "Die Erwartung war, dass Staatsanleihen zu 100 Prozent zurückgezahlt werden. Dieses Prinzip wurde verletzt - und zwar entgegen allen Aussagen, die zuvor gemacht worden waren", sagte Ackermann und ergänzte: "Dafür werden wir einen hohen Preis zahlen müssen, unter anderem in Form höherer Zinsen, die Investoren von vielen Regierungen verlangen werden."

Autoren: Ulrike Quast/Hans Ziegler (dpa,rtr,dapd)
Redaktion: Michael Wehling

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