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Wissen & Umwelt

Schub für globale Energiewende

In Abu Dhabi treffen sich Minister und Umweltexperten aus der ganzen Welt zur internationalen Konferenz der erneuerbaren Energien. Vor allem Deutschland und China wollen die globale Wende beschleunigen.

Der Deutsche Umweltminister Peter Altmaier (CDU) hat in Abu Dhabi für einen stärkeren Ausbau der Solar- und Windenergie geworben. Auf der Vollversammlung der Internationalen Agentur für erneuerbaren Energien (IRENA) betonte er am Montag vor Vertretern aus 136 Staaten, dass fossile Energieträger wie Kohle nur scheinbar billig seien, weil die Kosten für die Klima- und Umweltschäden nicht in die Kalkulationen einbezogen würden. "Wir müssen auch die externen Kosten dieser Energieträger im Kopf haben", sagte Altmaier.

Bundesumweltminister Peter Altmaier Foto: dapd

Umweltminister Altmaier: "Kohle nur scheinbar billig"

Zugleich betonte der Bundesminister, dass erneuerbare Energien viel günstiger geworden seien, und warb für eine engere Zusammenarbeit der Staaten, die die Erneuerbaren Energien besonders schnell ausbauen wollen.

Um hier die Kooperationen zu verbessern, traf sich der Umweltminister mit Regierungsvertretern mehrerer Staaten, die ambitionierte Ausbaupläne verfolgen, darunter China, Dänemark und Marokko. Er hatte ursprünglich angekündigt, einen Club der Energiewendestaaten gründen zu wollen. Bisher ist es aber offensichtlich bei Gesprächen geblieben.

Auch China setzt massiv auf Erneuerbare Energien

Obwohl China rund 80 Prozent seines Stroms mit Kohlekraft produziert und als größter Klimasünder der Welt zählt, ist das ostasiatische Land seit 2010 auch der größte Investor in Erneuerbare Energien und verfolgt diesbezüglich sehr ehrgeizige Ausbauziele.

China führt bei der Wasserkraft mit einer installierten Leistung von 249 Gigawatt (GW) und inzwischen auch bei der Windkraft mit 80 GW. Die früheren Windkraftpioniere - USA mit derzeit 50 GW und Deutschland mit 31 GW - hat China schon klar abgehängt. Bis 2020 könnten dort Windräder mit einer Kapazität von rund 200 GW stehen.

Auch bei der Versorgung der Haushalte mit solar erwärmten Wasser hat China weltweit die Nase vorn. 130 Millionen chinesische Haushalte nutzen bereits die Kraft der Sonne, weltweit sind es rund 200 Millionen.

IRENA vertritt jetzt über 90 Prozent der Weltbevölkerung

Generaldirektor der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA), Adnan Amin Foto: Tim Brakemeier (dpa)

Adnan Amin von der IRENA freut sich über Chinas Beitritt.

Erfreut zeigt sich die internationale Agentur für erneuerbare Energien IRENA, dass jetzt auch China der internationalen Organisation beitreten will. Dies markiere einen wichtigen "Meilenstein in den internationalen Bemühungen zur Förderung erneuerbarer Energien“, sagte IRENA-Generaldirektor Adnan Amin in Abu Dhabi.

"Ich freue mich über das Vertrauen Chinas in IRENA und die aktive Beteiligung Chinas bei den weltweiten Bemühungen für eine Zukunft mit sauberer Energie für alle", betonte Amin. Mit dem chinesischen Beitritt zur IRENA vertritt die Organisation über 90 Prozent der Weltbevölkerung.

Überzeugt zeigten sich die internationalen Energieexperten in Abu Dahbi auch davon, dass die Erneuerbaren Energien zunehmend die Energieversorgung in diesem Jahrhundert übernehmen werden. Der Grund für diesen Ausblick sind die günstigen Kosten von erneuerbare Energie, die positiven Aspekte für die lokalen Arbeitsmärkte und das Ziel der Weltgemeinschaft, die Treibhausgase drastisch zu reduzieren, um die Temperaturerwärmung der Erde auf zwei Grad zu begrenzen.

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