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Wirtschaft

Schrumpfende Wirtschaft in den USA

Das Handelsministerium legte die neuen Quartalszahlen vor: Das Bruttoinlandsprodukt ging um 0,3 Prozent zurück. Während die USA in eine Rezession schlittern, melden die Ölkonzerne Rekordgewinne.

US-Flagge mit runterlaufendem Börsenbarometer (DW)

Die US-Wirtschaft schlittert Richtung Rezession

Der Rückgang war geringer als erwartet, aber dennoch deutlich: Die Leistung der weltgrößten Volkswirtschaft sei im dritten Quartal um 0,3 Prozent zurückgegangen, hieß es in der am Donnerstag (30.10.2008) in Washington veröffentlichten Schätzung des Handelsministeriums. Erwartet worden waren 0,5 Prozent. Das ist der schlechteste Wert seit sieben Jahren.

Im zweiten Quartal war die Wirtschaft noch um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Viele Wirtschaftsexperten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auch im vierten Quartal zurückgehen wird. Damit würden die USA nach der klassischen Definition in einer Rezession stecken. Das ist der Fall, wenn eine Wirtschaft zwei Quartale hintereinander schrumpft.

Zurückhaltende Verbraucher

Hauptgrund der schlechten Zahlen: die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Die Ausgaben, mit rund zwei Drittel Anteil am BIP Haupttriebfeder der US-Wirtschaft, sanken den Angaben zufolge im dritten Quartal um 3,1 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit 1980. Für langlebige Güter wie Autos gaben die Konsumenten laut Handelsministerium 14 Prozent weniger aus, für Immobilien 19,1 Prozent weniger.

Vor einem Jahr noch ließen sich die Amerikaner nicht vom Shoppen abhalten (Quelle: dpa)

Vor einem Jahr noch ließen sich die Amerikaner nicht vom Shoppen abhalten

Bei kurzlebigen Produkten wie Essen und Kleidern lagen die Ausgaben mit 6,4 Prozent fast auf Nachkriegsniveau. Die Amerikaner hatten zuletzt mit vielen Hiobsbotschaften zu kämpfen: Steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Häuserpreise und Vermögensverluste im Zuge der Börsencrashs. Das verfügbare Einkommen ging um 8,7 Prozent zurück. Das ist der größte Rückgang in einem einzigen Quartal seit Einführung der Statistik 1947. Der Versuch der Regierung in der ersten Jahreshälfte, den Konsum mit Steuererleichterungen in Milliardenhöhe anzukurbeln, verpuffte.

Regierung optimistisch

Auch die Exportwirtschaft verschafft keine Erleichterung. Sie meldet ebenfalls schlechte Zahlen. Die Ausfuhren stiegen im dritten Quartal nur noch um 5,9 Prozent nach 12,3 Prozent ein Vierteljahr zuvor. Die Firmen blicken zudem skeptisch in die Zukunft, denn sie drosselten ihre Ausrüstungsinvestitionen um 5,5 Prozent.

Gibt sich optimistisch: Dana Perino (ap)

Gibt sich optimistisch: Dana Perino

Trotz der trüben Aussichten gibt sich die Regierung optimistisch. Die Sprecherin des Präsidialamtes, Dana Perino, sagte: "Wir stehen zwar weiterhin vor ernsthaften Herausforderungen; die Vereinigten Staaten bleiben aber der beste Standort, um Geschäfte zu machen".

Perinos Kollege Tony Fratto sagte auf die Frage, wie denn die Zahlen für das vierte Quartal aussehen könnten: "Wir machen keine Voraussagen. Aber es ist ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld; und das wird es für einige Zeit bleiben."

Ölmultis melden Rekordgewinne

Während aus Washington schlechte Wirtschaftszahlen kamen, gaben die beiden weltgrößten Ölkonzerne Exxon Mobil und Royal Shell Dutch für das ablaufende Quartal eine deutliche Steigerung ihrer Gewinne und Umsätze an.

Logo von Exxon und Shell

Melden Rekordgewinne: Die beiden weltweit größten Ölkonzerne

Exxon fuhr mit rund 15 Milliarden Dollar den höchsten Quartalsgewinn der US-Geschichte ein. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent, der Umsatz legte mit rund 138 Milliarden Dollar um rund 35 Prozent zu.

Shell steigerte seinen Gewinn um 71 Prozent auf rund 11 Milliarden Dollar; der Umsatz legte um 45 Prozent auf rund 132 Milliarden Dollar zu. Auch BP verzeichnete einen starken Gewinn- und Umsatzsprung. Alle Konzerne profitierten vom Rekordpreis des Öls: Der Ölpreis war im Sommer zeitweise auf bis zu 147 Dollar je Barrel gestiegen.

Die Börse zeigte am Donnerstag wieder einmal ihre eigenen Regeln: Der Dow-Jones-Index eröffnete zu Handelsbeginn trotz der schlechten Zahlen aus Washington mit 2,2 Prozent im Plus. Der Grund: Man hatte mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Der Kurs von Exxon ging dagegen um ein Prozent schwächer in den Handelstag. (hy)

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