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Wissen & Umwelt

Schrottautos - Rohstofflager auf Rädern

Rund 80 Prozent der Materialien, aus denen ein Auto besteht, lassen sich wieder gewinnen und neu verwerten. Forscher wollen jetzt noch mehr Rohstoffe aus Schrottautos recyceln. Denn es schlummern wahre Schätze darin!

Autos gestapelt auf Schrottplatz (Foto: DW-TV)

Das Alte muss weg, ein Neues muss her! Gut drei Millionen Autos werden jedes Jahr in Deutschland still gelegt. Millionen Schatzkisten, voll mit wertvollen Rohstoffen. Das Problem: Die Auto-Leichen enthalten Eisen, Aluminium, Edelmetalle, Kunststoffe und viele andere Rohstoffe, die erst voneinander getrennt werden müssen. So ist ein Auto eine wahre Herausforderung für die Recycling-Ingenieure.

Dabei wird von den drei Millionen Autos, die jedes Jahr in Deutschland ausgemustert werden, nicht einmal die Hälfte auch recycelt. Die meisten stillgelegten Autos werden ins Ausland gebracht. So gehen die Rohstoffe für die deutsche Produktion verloren.

Kran greift Auto auf einem Schrottplatz (Foto: AP)

Was für eine Verschwendung - in Schrottautos stecken noch wertvolle Rohstoffe

Doch selbst wenn die Fahrzeuge in Deutschland bleiben, können die Hersteller nur etwa 80 Prozent der Materialien wieder verwerten. Dabei werden große Teile bereits vor der Presse ausgebaut: Batterien, Stoßstangen und die wertvollen Katalysatoren.

Ein verbessertes Recycling ist dringend notwendig

Daniel Goldmann von der Technischen Universität Clausthal glaubt, dass das bei weitem nicht genug ist. Er hält ein verbessertes Recycling für zwingend nötig: "Wenn wir das nicht machen, werden wir irgendwann in eine Situation kommen, in der es schwierig wird, unsere Produktion aufrecht zu erhalten. Denn unsere Produktion basiert nun mal auf der Verfügbarkeit von Rohstoffen zu günstigen Konditionen."

Auto zerlegen in 30 Sekunden

Bislang zerpflückt ein Schredder die Schrottautos mit Urgewalt. Keine 30 Sekunden braucht er, um einen Wagen zu zerlegen. Und das lohnt sich. Bis zu 200 Kilogramm Eisen stecken in einem Auto. Magnete ziehen das Eisen aus dem, was der Schredder ausspuckt. Manche Metalle werden extra abgetrennt. Doch der Rest war bislang verloren.

Rohstoff Metall (Foto: Picture alliance/dpa)

Rohstoffe - in jedem Auto enthalten und ein wahrer Schatz

Ein neues Verfahren, das Daniel Goldmann entwickelt hat, kann jetzt auch den Rest auftrennen. So lassen sich zum Beispiel Stoffflusen gewinnen, die in Kläranlagen als Filter wieder verwendet werden können. Oder Kunststoff: Bis zu 150 Kilogramm davon stecken in einem Auto. Das neue Verfahren erzeugt daraus ein Granulat, das als Brennstoff genutzt werden kann.

Ein Schrottauto ist ein Schatz auf Rädern

Übrig bleibt der Schreddersand. Und auch in diesem Gemisch aus Lackpartikeln und verschiedenen wertvollen Metallen steckten wahre Schätze, die bislang nicht nutzbar waren, freut sich Abfallforscher Goldmann. Kupfer, Messing und sogar Gold. "Wir bezeichnen ein Auto auch als komplexes Erz auf Rädern".

Autorecycling auf Goldgräber Art

Um die Metalle aus dem Schreddersand wiederzugewinnen, hat sich Daniel Goldmann eine Technik bei den Goldwäschern abgeschaut. Der Schreddersand im Wasser wird auf eine Rüttelplatte gepumpt. So können auch Edelmetalle und Halbedelmetalle aus der Elektronik recht einfach von dem restlichen unbrauchbaren Schreddersand getrennt werden. Immerhin stecken beispielsweise rund 25 Kilogramm Kupfer in einem Auto.

Nach der Rüttelei lasse sich das gewonnene Kupfer einschmelzen und fast ohne Qualitätsverlust wieder aufbereiten, sagt Goldmann und er ist sicher, dass dieses neue Verfahren dabei helfen könnte, wertvolle Rohstoffe zu schonen und Energie bei der Produktion neuer Autoteile zu sparen.

Autor: Robert Donauer

Redaktion: Judith Hartl

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