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Kultur

Schriftsteller André Brink ist gestorben

Der südafrikanische Schriftsteller André Philippus Brink war ein Apartheid-Gegner und engagierte sich nicht nur in seiner Literatur gegen das Regime. Nun ist er im Alter von 79 Jahren gestorben.

Wie Brinks frühere Eheffrau der Nachrichtenseite netwerk24.com mitteilte, meldete, starb der Autor am Freitag (06.02.2015) während eines Flugs von Europa nach Kapstadt. "Ich kann nur sagen, dass wir alle sehr traurig sind", sagte Alta Brinl. Der am 29. Mai 1935 in der Kleinstadt Vrede geborene André Philippus Brink schrieb seine Werke auf Englisch und Afrikaans. Dabei war er nach eigenem Verständnis tief verwurzelt in der burischen Geschichte: Seine ersten Romane schrieb er nur in Afrikaans (Burisch), der von Schwarzen noch heute oft verhassten Sprache derer, die das rassistische Apartheid-Systems schufen.

Prominenter Gegner der Rassentrennung

Dennoch wurde Brink schon früh zum Apartheid-Gegner und war einer der wichtigsten Vertreter weißer südafrikanischer Autoren gegen das System der Rassentrennung. Nur das Schreiben habe ihm ermöglicht, weiter in Südafrika zu leben, sagte er einmal. "Es war meine einzige Waffe, mit der ich gegen alles kämpfte, was mich bedrohte und ich als ungerecht empfand."

Sein Roman "Kennis van die Aand" ("Blick ins Dunkel") war das erste auf Afrikaans geschriebene Buch, das von der Apartheid-Regierung 1973 verboten wurde. Es ist aus der Perspektive eines schwarzen Häftlings geschrieben, der auf seine Hinrichtung wartet. Der 1979 erschienene Roman "A Dry White Season" ("Weiße Zeit der Dürre") wurde 1989 mit Marlon Brando, Donald Sutherland und Susan Sarandon verfilmt.

Kandidat für den Literaturnobelpreis

Von 1989 bis 2000 hatte Brink eine Professur für englische Literatur an der Universität von Kapstadt inne. Sein Werk umfasst über 60 Bücher, darunter allein fast 20 Romane und Novellen, die in fast 30 Sprachen übersetzt wurden. Mehr als 70 Werke der Weltliteratur hat Brink ins Afrikaanse übersetzt. Mehrere Nominierungen für den Literaturnobelpreis und zahlreiche Ehrungen, vor allem im Ausland, verschafften ihm einen Rang in der Weltliteratur.

Afrika und seine Geschichte, die Rassengegensätze und die Gewalt blieben zentrale Themen seiner Werke. In einem seiner jüngeren Romane, "Die andere Seite der Stille", beschäftigte er sich mit dem früheren Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Es geht um das Schicksal einer jungen deutschen Auswanderin, die vor dem Ersten Weltkrieg mit viel Naivität in die damalige Kolonie geht - wo sie auf Menschenverachtung, Brutalität und Gewalt trifft.

ld/wl (dpa, Munzinger)

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