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Bücher

Schriftsteller Abbas Khider mit Chamisso-Preis geehrt

Der Deutsch-Iraker kämpfte politisch gegen das Regime Saddam Husseins, wurde elfmal verhaftet, im Gefängnis gefoltert, musste aus der Heimat fliehen - der Humus, aus dem seine Literatur sprießt.

Der Schriftsteller Abbas Khider wurde am Mittwoch (09.03.) in München mit dem 33. Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung geehrt. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Der 44-jährige Khider erhält die Auszeichnung für sein bisheriges Gesamtwerk. Darin erweise er sich "als sprachsensibler Beobachter der Verzweiflung, Verstörtheit, Wut und Hoffnung junger Männer, die ihre Heimat verlassen müssen und Zuflucht in Europa suchen", so die Jury. In seiner Laudatio hob Schriftsteller Friedrich Christian Delius hervor: "Abbas Khider ist nicht nur, weil er uns mit deutscher Verlogenheit konfrontiert, ein preiswürdiger Autor. Jeder seiner poetisch grundierten Romane ist klug geformt. Er bringt uns zum Lächeln, spielt mit Klischees, lässt uns staunen über die Wunder im Elend."

Seine jahrelange Odyssee als Flüchtling verarbeitete Khider in seinem 2008 erschienenen Roman "Der falsche Inder". Darin erzählt er von einem jungen Iraker, der zunächst im Gefängnis sitzt und schließlich vor dem Krieg flieht. Für den Roman erhielt er 2010 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis.

Auch in seinen darauffolgenden Werken "Die Orangen des Präsidenten" (2011) und "Brief in die Auberginenrepublik" (2013) ziehen sich autobiografische Elemente durch die Romane, wobei Khider Wert darauf legt, dass sie als solches "authentisch, nicht autobiografisch" seien.

Auszeichnungen für Barbi Marković und Senthuran Varatharajah

Barbi Markovic Chamisso Förderpreis 2017 (Yves Noir/Robert Bosch Stiftung GmbH)

Barbi Marković

Förderpreise in Höhe von je 7000 Euro erhielten Barbi Marković und Senthuran Varatharajah. Barbi Marković aus Serbien wird der Förderpreis für ihr jüngstes Buch "Superheldinnen" verliehen. "Der skurrile, mit bösem Humor nicht geizende Text besitzt Witz, Ironie, Tempo und Schwung", heißt es in der Begründung der Jury.

Senthuran Varatharajah, geboren in Sri Lanka, wird mit dem Förderpreis für sein Debüt-Roman "Vor der Zunahme der Zeichen" geehrt. Dazu erklärt die Jury: "In kühner, hochreflektierter und sehr persönlicher Sprache diskutiert sein Text die großen philosophischen Fragen nach Identität, Wahrheit und Gott."

Zum letzten Mal

Senthuran Varatharajah, Autor und Philosoph (picture-alliance/dpa/T.Rückeis)

Senthuran Varatharajah

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache. Der Preis wurde zum 33. und letzten Mal vergeben. Seit 1985 hat die Stiftung insgesamt 78 Schriftsteller mit dem Chamisso-Preis ausgezeichnet. "In Zukunft werden wir uns auf die Literaturvermittlung an Jugendliche konzentrieren und dazu auch mit den Chamisso-Autoren zusammenarbeiten", sagte Uta-Micaela Dürig von der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung.

Die Stiftung gehört nach eigenen Angaben zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greife sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeite exemplarische Lösungen. Dazu entwickle und realisiere sie eigene Projekte. Außerdem fördere sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.

kk/bb  (DPA, Robert Bosch Stiftung)

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