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Deutschlehrer-Info

Schriften von Jacob und Wilhelm Grimm online

Die Märchen der Brüder Grimm und ihr berühmtes Wörterbuch sind im Netz schon länger frei zugänglich. Nun hat die Universität Kassel auch die Schriftstücke aus dem Nachlass der Brüder ins Internet gestellt.

Bekannt sind sie vor allem durch ihre Sammlung von „Kinder- und Hausmärchen“, deren erster Band mit so bekannten Märchen wie Hänsel und Gretel, Schneewittchen oder Aschenputtel vor gut 200 Jahren veröffentlicht wurde: die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. All diese Märchen sind frei im Internet verfügbar, auch aufbereitet als Hörspiele mit Materialien für den Deutschunterricht.

Doch die Sprachwissenschaftler Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) gelten auch als Begründer der Germanistik und der Volkskunde. Ihr Deutsches Wörterbuch ist das umfangreichste Wörterbuch in deutscher Sprache. Außerdem waren sie politisch aktiv, setzten sich für ein geeintes Deutschland mit einer liberalen Verfassung ein und halfen 1848 bei der erstmaligen Formulierung der deutschen Menschenrechte mit.

Genug Gründe also, auch den zahlreichen Dokumenten und Briefen aus ihrem Nachlass genauere Beachtung zu schenken. Dank der Universität Kassel sind nun 37.000 Schriftstücke, darunter 400 private Briefe, öffentlich im Internet zugänglich. Insbesondere die privaten Briefe der Brüder seien von der Forschung bisher noch gar nicht aufbereitet worden, sagt Holger Ehrhardt, der die Grimm-Professur an der Universität Kassel innehat. Den Nachlass hat die Universität Kassel zusammen mit dem Hessischen Staatsarchiv Marburg digitalisiert. Die Unterlagen hatte das Hessische Staatsarchiv im Jahr 1947 von einem Urenkel Wilhelm Grimms erhalten.

Politische Schriften und Geburtstagsbrief an den Vater

Unter den Schriftstücken ist auch ein Text Jacob Grimms über die Bedeutung von Verfassungen. Auch die Begründung Wilhelm Grimms für seine Beteiligung am Protest der sogenannten „Göttinger Sieben“ liegt nun in digitalisierter Form vor. Jacob und Wilhelm Grimm bildeten mit fünf weiteren Professorenkollegen die Gruppe. Sie wagten es, sich öffentlich gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover auszusprechen – und wurden daraufhin entlassen.

Dass sie unter ihren anderen Kollegen kaum Rückhalt erfuhren, schmerzte sie, so geht es aus den nun digital veröffentlichten Briefen hervor. Außerdem ist ein gemeinsamer Geburtstagsbrief der Brüder Grimm an ihren Vater Philipp Wilhelm überliefert, den sie als drei- und vierjährige Jungen in lateinischer Schrift verfassten. Holger Ehrhardt zufolge sind die Dokumente allesamt gut lesbar.

rey/ip (dpa,epd,Universität Kassel)

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