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"Schröders Entscheidung ist überstürzt"

Nach dem NRW-Debakel drängt Bundeskanzler Gerhard Schröder auf vorgezogene Wahlen. Übereilte Reaktion oder angemessene Konsequenz der Serie von Wahlniederlagen? DW-WORLD-Leser sind geteilter Meinung.

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Würde Schröder den Ausgang der Fussball-WM 2006 im eigenen Land abwarten, könnte er im Falle eines guten Abschneidens der deutschen Mannschaft im Zuge der allgemeinen Euphorie vielleicht eher mit einer Wiederwahl rechnen. Ich halte seine Entscheidung für überstürzt.

Jan Hain

Gerhard Schröder nutzt die letzte Chance, halbwegs ehrenhaft seinen Stuhl zu räumen und aus dem Stimmungs- und Akzeptanzdesaster, in dem die Regierung steckt, heraus zu kommen. Ungeliebt von Arbeitnehmern, Arbeitgebern, der Parteilinken, den Sozialverbänden, den Gewerkschaften und den Grünen ist es ihm nun - auch noch ohne Volkes Stimme - unmöglich, alltagstaugliche Politik zu machen. Dann muss man eben gehen, alles andere wäre die Kopie "italienischer Zustände" - und dazu ist der Kanzler sich immerhin zu schade.

Wolfgang Baumann

Diese Entscheidung verdient Respekt, dies ist alles andere als "am Sessel kleben". Obwohl demokratisch für eine volle Legislaturperiode (!!!) legitimiert, stellt sich die SPD der völlig blockierten Situation und versucht, den Gordischen Knoten zu durchschlagen. Was unser Land dringend braucht, ist eine radikale Föderalismusreform, die eine Bundesregierung - gleich welcher Couleur - handlungsfähig macht. Aber dieses Thema wird mit der zu erwartenden neuen Bundesregierung gestorben sein.

Eva Maier-Kimmig

Wir begrüßen vorgezogene Wahlen sehr und hoffen, dass es mit Deutschland nach dem Chaos der letzten Jahre nun wieder aufwärts geht. Mit einem Blick auf andere Länder hat sich auch hier mal wieder gezeigt, dass es einem Land nicht gut gehen kann, wenn sich der Staat nicht auf ein Mindestmaß zurückzieht, sondern sich überall dort einmischt, wo man am besten marktwirtschaftliche Kräfte wirken lassen müsste. Vor allem auch die Politik der Grünen, die uns alle ihre ideologischen Vorstellungen partout aufzwingen wollen, ist nun hoffentlich für längere Zeit vom Tisch.

Birgit und Andrew Dickinson

Nach dem Fall der letzten Bastion von Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen halte ich eine Neuwahl des Deutschen Bundestages für sehr erforderlich. Bundeskanzler Schröder hat mit seiner Politik keine Rückendeckung mehr. Seit Schröder Bundeskanzler ist, hat die SPD "ihre Werte" weitestgehend verloren. Diese Partei hat sich bei ihren einstigen Wählern unglaubwürdig gemacht. Sie muss sich für eine oder zwei Legislaturperioden erst wieder erholen und sich auf ihre eigentlichen Werte (soziale Gerechtigkeit und der Mensch stehen im Mittelpunkt allen Handelns!) zurück besinnen.

Detlef Spandau

Wieder haben die Deutschen ihr politisches Desinteresse in eine Protestwahl verwandelt. Aber hiermit ist die Entscheidung gefallen. Nun werden die restlichen sozialen Strukturen aufgelöst. Eine Entscheidung, die eines der problemreichsten Gebiete (NRW) in Deutschland wahrscheinlich bitter bezahlen wird.

Ralf Biegel

Anmerkung in eigener Sache:

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  • Datum 24.05.2005
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