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Welt

Schräge Osterbräuche weltweit

Die meisten Christen auf der Welt feiern an diesem Wochenende Ostern - und das auf ganz unterschiedliche Weise. Die DW hat die schönsten und skurrilsten Bräuche zusammengetragen.

Eiersuchen in … Deutschland

Was bitte hat ein Hase mit Eiern zu tun? Und dann auch noch mit bunten? Und wieso versteckt der Hase die Eier auch noch? Was für die Deutschen völlig normal ist, klingt für viele Menschen auf der Welt wahrscheinlich völlig absurd. Schon seit rund drei Jahrhunderten bringt hier der Osterhase die Eier, und die Kinder müssen sie suchen. Der Hase steht dabei als Frühlingssymbol, das Ei für Fruchtbarkeit und Neubeginn.

Osterbräuche gibt es auf der ganzen Welt - und nicht wenige davon muten von außen betrachtet ähnlich skurril an.

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Wie Ostern auf den Hasen gekommen ist

Eier aneinanderschlagen in … Griechenland

Gefärbte Eier spielen auch in Griechenland eine wichtige Rolle - allerdings ausschließlich rote, die traditionell am Karfreitag gefärbt werden. Manche sagen, das Rot symbolisiere die Geschichte der Juden in ägyptischer Sklaverei, andere sagen, es stünde für das Blut Christi. Sicher ist, dass die Eier am Ostersonntag nicht einfach so geschält werden: Sie werden aneinandergeschlagen. Da die Griechen orthodox feiern, liegt das Osterfest übrigens meist nicht am gleichen Wochenende wie bei Katholiken und Protestanten.

Heringe beerdigen in … Irland

Während der Karfreitag in Irland ein betont ruhiger Tag ist, an dem man sogar früher das Haus nur barfuß verlassen durfte, flippen die Iren am Sonntag richtig aus. Es gibt nicht nur Tanzwettbewerbe auf den Straßen. Mancherorts finden auch Heringsbegräbnisse statt. Das ist ein Symbol für das - von den meisten wohl schon lange herbeigesehnte - Ende der Fastenzeit, während der der Hering die wichtigste Hauptmahlzeit ist.

Mit Birkenruten schlagen in …. Finnland

Wer in Finnland die Karwoche einleitet, sollte nicht schmerzempfindlich sein: Denn schon am Palmsonntag, also eine Woche vor Ostersonntag, schlagen sich die Finnen mit Birkenruten ("Virpovitsa") auf den Rücken. Das soll an die Palmenwedel erinnern, mit denen Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem begrüßt wurde. Am Ostersonntag ist dann Krachmachen ausdrücklich erlaubt: Die Kinder ziehen lärmend durch die Straßen, um den Winter zu vertreiben.

Mitmenschen nassspritzen in …. Polen

Das östliche Nachbarland Deutschlands ist sehr katholisch – und hat auch seinen ganz eigenen Brauch zu Ostern. Wer am Ostermontag aus der Messe kommt, sollte in Polen schon mal Regenmantel und Gummistiefel parat haben, denn beim "Smigus-dyngus" bleibt keiner trocken. Eimerweise spritzen die Menschen sich gegenseitig nass. Der Brauch geht auf die Taufe des ersten polnischen Herrschers Mieszko I. zurück, der sich 966 zum Christentum bekannte.

Smigus-dyngus in Polen, Foto: dpa

Beim "Smigus-dyngus" in Polen bleibt keiner trocken

Ostereier werfen in … Bulgarien

In Bulgarien werden die Ostereier nicht versteckt und nicht aneinandergeschlagen - sondern man bewirft sich mit ihnen. Das Familienmitglied, bei dem das Ei heile bleibt, wird im kommenden Jahr den meisten Erfolg haben. In manchen Regionen werden die Eier auch an der Wand der Kirche aufgeschlagen. Für beide Szenarien gilt: Man sollte die Eier vorher nach Möglichkeit hartgekocht haben…

Eierrollen in … den USA

Neben der traditionellen Easter Parade in New York City ist vor allem ein Termin mit den Jahren zur Pflicht geworden: Das Eierrollen vor dem Weißen Haus, dem Sitz des US-Präsidenten in Washington, D.C. Am Ostermontag kommen die Menschen mit Esslöffeln an die Pennsylvania Avenue und rollen damit die Eier vor dem Haus hin und her.

Münzen werfen in … der Schweiz

Die Eidgenossen spielen zu Ostern ein Spiel namens "Zwängerle". Dabei fordern Kinder Erwachsene heraus, eine Münze so zu werfen, dass sie in einem hartgekochten Ei steckenbleibt. Prallt die Münze ab, erhält das Kind das Geld, ansonsten bleibt die Münze beim Erwachsenen, der obendrein auch noch das Ei essen darf. Angesichts der Schwere der Aufgabe dürfte wohl schon manch junger Schweizer sein Taschengeld zu Ostern erheblich aufgebessert haben.

Blumenteppiche auslegen in … Guatemala

In Antigua Guatemala, der alten Hauptstadt des südamerikanischen Landes, finden in der Karwoche zahlreiche Prozessionen statt. Zu einer Touristenattraktion haben sich mit den Jahren die Blumenteppiche gemausert, die überall in der Stadt ausliegen. Mehr als 100.000 Besucher gesellen sich deshalb über Ostern zu den rund 35.000 Einwohnern dazu.

Pilgern für´s Herz in … Indien

In Indien hat sich in jüngster Zeit eine neue Ostertradition eingebürgert: Als der Fischer Joseph Kudiassery 1999 von Ärzten eine zweite Herz-OP empfohlen bekam, suchte er göttlichen Beistand und pilgerte auf den Berg St. Thomas in Malayattor. 400 Höhenmeter bei über 30 Grad schrecken bis heute Hunderttausende nicht ab, es ihm gleich zu tun. Kudiassery ist zu der Herz-OP übrigens nie angetreten – und pilgert bis heute. Die Religion sei seine Medizin. Na dann, frohe Ostern!

Bildergalerie Osterbräuche aus aller Welt Guatemala

Blütenteppich in Guatemala

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