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Musik

Schräg, schrill: Conchita

In den letzten beiden Jahren scheiterten die österreichischen Gesangseinlagen schon im Semifinale. Conchita Wurst soll es nun richten. Glaubt man den Wettbüros, stehen die Chancen auf einen vorderen Platz sehr gut.

Die Aufmerksamkeit des Publikums ist dem Travestie-Künstler schon im Vorfeld sicher: Eine Petition aus Weißrussland prangert die ESC-Teilnahme des Österreichers als "völlig inakzeptabel" an und fordert gar seinen Ausschluss. Die Initiatoren der Unterschriftensammlung fanden harte Worte: "Dank der europäischen Liberalen hat sich der populärste internationale Wettbewerb, der von unseren Kindern gesehen wird, zu einer Brutstätte der Sodomie entwickelt." Die Weißrussen sind nicht die einzigen, die pikiert auf die unkonventionelle Erscheinung reagieren. Selbst in ihrer österreichischen Heimat formierte sich im Internet eine Protestgemeinde, die sie mit schwulenfeindlichen Beleidigungen überschüttet.

Singen für mehr Toleranz

Die 25-jährige Conchita alias Tom Neuwirth geht allerdings gelassen mit solchen Anfeindungen um und sieht sich als Kämpferin für die Rechte der Homosexuellen: "Ich werde erst dann meinen Mund halten, wenn wir über Belanglosigkeiten wie Sexualität nicht mehr sprechen müssen. Einzig und allein der Mensch zählt. Jeder soll sein Leben so leben dürfen, wie er es für richtig hält, solange niemand zu Schaden kommt", erklärte sie. Als schwuler Jugendlicher auf dem Lande habe ihr Alter Ego Tom eine sehr schwere Zeit gehabt und wolle nun mit der schillernden Kunstfigur ein Zeichen für die Toleranz setzen. Auf Conchita Wurst Homepage findet man denn auch gleich zwei Lebensläufe, den von Thomas Neuwith aus der Obersteiermark und jenen der geheimnisvollen Schönheit Conchita aus dem kolumbianischen Hochland.

Österreichisches Kalkül?

Diese unkonventionelle Dame mit Bart nach Kopenhagen zu schicken hat Kalkül, schon jetzt ist die divenhafte Conchita in aller Munde. Zudem hatten Auftritte von Männern in Frauenkleidern schon mehrmals Erfolg beim ESC: 1998 holte Dana die ESC-Krone nach Israel, und 2007 landete die ukrainische Wuchtbrumme Verka Serduchka alias Andrej Danilko auf Platz 2.

Conchita Wurst in Divenpose (Foto: ORF/Thomas Ramstorfer)

Conchita ist ganz Diva

Conchita kennt sich aus im Showbusiness. Mehrmals trat sie bei österreichischen Castingshows an, 2012 wollte sie ihre Heimat beim ESC in Baku vertreten und verlor nur knapp. Diesmal darf die Diva ganz ohne Vorentscheid antreten. Die pompöse Glamourballade "Rise like a Phoenix", mit der Conchita um den Sieg kämpft, wurde aus über 100 Vorschlägen nationaler und internationaler Komponisten ausgewählt. Ob sie damit in Udo Jürgens Fußstapfen treten kann, der 1966 zum ersten und letzten Mal die ESC-Krone nach Österreich holte, bliebt abzuwarten. Die Sängerin selbst gibt sich selbstbewusst: "Ich persönlich finde mein Lied sensationell."

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