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Aktuell Europa

Schottland: Spaltung wird wahrscheinlicher

Die Gegner einer schottischen Abspaltung von Großbritannien konnten sich lange sicher fühlen. Doch auf der Zielgeraden des langen Wahlkampfs kehren sich die Mehrheiten noch um. Es bleibt spannend.

Je näher die Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands heranrückt, umso stärker sind die Befürworter im Aufwind: Elf Tage vor dem Referendum liegt die "Yes"-Seite zum ersten Mal vorn. In einer Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts YouGov für die "Sunday Times" sprachen sich 51 Prozent der Schotten für eine Unabhängigkeit aus und 49 Prozent dagegen.

Obwohl sich der Vorsprung von zwei Prozentpunkten noch innerhalb der statistischen Fehlergrenze bewegt, verfestigt sich ein überraschender Trend der vergangenen vier Wochen: Die Befürworter einer Trennung von Großbritannien legen eine rasante Aufholjagd hin. Noch vor einem Monat lagen sie in Umfragen 22 Prozentpunkte hinter den Anhängern eines einigen Großbritanniens. Anfang September hatte YouGov die Befürworter schon bei 47 Prozent und die Gegner bei 53 Prozent gesehen.

Eine Entscheidung mit Folgen

Die rund vier Millionen Schotten stimmen am 18. September ab. Sollte eine Mehrheit der Schotten mit "Ja" stimmen, würde das Land im Frühjahr 2016 unabhängig. Die Debatte darüber wird emotional geführt und spaltet bereits das ganze Land. So werden Sieger wie Verlierer der Abstimmung einiges zu tun zu haben, um die Bevölkerung wieder zu einen.

Die britische Regierung warnt davor, dass Schottland im Fall einer Loslösung das Pfund nicht behalten könne. Die Befürworter der Unabhängigkeit wollen die britische Währung aber trotzdem behalten, um tiefgreifende Auswirkungen auf die schottische Wirtschaft zu verhindern. Ein weiterer wichtiger Streitpunkt in der Debatte ist die Frage, ob Schottland als eigenständiger Staat ohne Weiteres Mitglied der Europäischen Union bleiben könnte.

rb/det (afp, dpa, rtr)