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Aktuell Europa

Schotten stellen konkrete Unabhängigkeitspläne vor

Die Schotten wollen ihren eigenen Staat. Wie sie sich das konkret vorstellen, hat der schottische "Erste Minister" Alex Salmond jetzt vorgestellt. Ob das Vorhaben Erfolg haben wird, steht allerdings in den Sternen.

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Schottlands Konzept für Unabhängigkeit

Die schottischen Nationalisten haben ihre Unabhängigkeitspläne in Form eines "Weißbuchs" vorgestellt. 670 Seiten dick ist das Buch, das der schottische "Erste Minister" Alex Salmond am Dienstag in Glasgow der Öffentlichkeit enthüllte. "Schottlands Zukunft liegt jetzt in Schottlands Händen", sagte er dabei.

Das Buch konkretisiert zum ersten Mal die Unabhängigkeitspläne der Schotten. So werden darin Vorschläge zur Gestaltung der Währung, des Steuersystems, zur Kinderbetreuung und zum Wohlfahrtsstaat gemacht. Demnach wollen die Schotten die Queen als Oberhaupt zwar behalten und das britische Pfund weiterhin als Währung verwenden. Allerdings sollen nach ihren Vorstellungen mehr als die Hälfte der Erdölquellen und Bohrplattformen in der Nordsee an die Schotten übergehen - und zwar 90 Prozent. Auch eine eigene Armee mit 15.000 Soldaten, ausgestattet mit eigenen Geheimdiensten, steht auf dem Wunschzettel.

Ob es soweit kommt, dürfte sich allerdings erst im September 2014 zeigen. Dann sind fünf Millionen Schotten aufgerufen, in einem Referendum über die Abspaltung von Großbritannien zu entscheiden. Schottland gehört seit 1707 zur britischen Krone und genießt seit 1997 weitreichende Autonomie.

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Obwohl die Umfragen etwas anderes suggerieren - laut der Sunday Times waren jüngst nur 38 Prozent der Befragen für eine Sezession - zeigt sich die schottische Regierung bislang zuversichtlich, dass das Volk am 18. September 2014 für eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich stimmt. Die britische Regierung und Opposition sind strikt dagegen. Die schottischen Nationalisten versprechen sich nun von dem "Weißbuch" eine Stärkung ihrer Argumente.

Auch in anderen Teilen Europas wollen einzelne Regionen ihren eigenen Staat haben - die Flandern in Belgien, die Südtiroler in Italien, die Korsen in Frankreich. Auch in Spanien möchte sich ein Teil der Katalanen von Spanien abtrennen. Allerdings bescheinigen Experten diesem Unterfangen wenig Erfolg. So prognostizierte der Chef der spanischen Zentralbank am Dienstag einem Staat Katalonien den sofortigen Bankrott nach der Unabhängigkeit.

zam/mm (dpa, afp, rtr)

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