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Testseite Politik

Schon wieder Trauer um gefallene Bundeswehr-Soldaten

Zum zweiten Mal in kurzer Zeit sind deutsche Soldaten in Afghanistan bei Kämpfen mit aufständischen Taliban gefallen. Kanzlerin Merkel bedauerte den Tod der vier Männer und sagte: "Wir müssen den Einsatz fortführen".

Bundeswehr-Soldaten mit deutscher Fahne (Foto: dpa)

Und wieder nimmt die Bundeswehr Abschied von gefallenen Kameraden

Das Führungskommando der Bundeswehr in Potsdam gab am Donnerstag (15.04.10) bekannt, die Soldaten seien auf ihrer Patrouillenfahrt etwa 100 Kilometer südlich der Stadt Kundus in der Provinz Baghlan von einem Raketenangriff überrascht worden. Die Region hat sich in den vergangenen Monaten zu einer Hochburg der Taliban entwickelt. Afghanische, deutsche und andere internationale Truppen liefern sich nach Auskunft der örtlichen Polizei Gefechte mit Hunderten von Taliban-Kämpfern. Diese setzten dabei auch schwere Waffen ein.

leicht gepanzertes Fahrzeug vom Typ Eagle IV (Foto: apn)

Mit dem leicht gepanzerten Eagle IV in den Tod

Nach Medieninformationen wollten die deutschen Soldaten Aufständische von einer Brücke vertreiben, als ihr gepanzertes Fahrzeug vom Typ Eagle IV getroffen und zerstört wurde. Noch am Vormittag hatte das Verteidigungsministerium in Berlin als Reaktion auf die zuletzt gestiegenen Gefahren in Nordafghanistan weitere 60 Fahrzeuge dieser Bauart bestellt.

Erst am Karfreitag waren drei Bundeswehrsoldaten bei einem Feuergefecht mit Taliban in der Provinz Kundus getötet und acht verletzt worden. Seit Beginn des Einsatzes am Hindukusch im Jahr 2002 sind damit insgesamt 43 deutsche Soldaten ums Leben gekommen, 26 von ihnen bei Anschlägen oder Gefechten.

"Keine vernünftige Alternative"

Politiker und Militärs äußerten sich erschüttert und verurteilten den neuesten Angriff. Die Soldaten seien in einem schwierigen Einsatz gefallen, sagte die Kanzlerin während ihres USA-Besuches in San Francisco. Auf die Frage, ob dieser Einsatz politisch noch zu rechtfertigen sei und weiter Unterstützung in der Bevölkerung habe, antwortete Merkel: "Ich glaube, dass es keine vernünftige Alternative gibt." Es gehe nicht nur darum, in Afghanistan Sicherheit herzustellen, sondern auch darum, die Sicherheit in Deutschland und allen westlichen Demokratien zu erhalten.

Minister Guttenberg im Gespräch mit Soldaten (Foto: Yama Scherzad)

Zum Zeitpunkt des Angriffs auf Truppenbesuch: Minister zu Guttenberg

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der in den vergangenen Tagen die deutschen Truppen besucht hatte, erhielt die Nachricht in Termes in Usbekistan auf dem Rückweg nach Deutschland. Er kehrte daraufhin nach Afghanistan in den deutschen Standort Masar-i-Scharif zurück und sprach von einem "besonders tragischen Fall". Der CSU-Minister hatte erst am Vortag angekündigt, auch schwere Waffen nach Afghanistan zu schicken. Zwei Panzerhaubitzen, zusätzliche Schützenpanzer sowie Panzerabwehrraketen sollten die deutschen Truppen besser schützen. Guttenberg wird bei seinem Besuch von Abgeordneten aller Bundestagsfraktionen mit Ausnahme der Links-Partei begleitet.

"Längst überfälliger Schritt"

Deren Chef Oskar Lafontaine unterstrich die Forderung nach einem Ende des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan. Die Grünen-Fraktionschefs, Renate Künast und Jürgen Trittin, drängten die Bundesregierung, alle Informationen offenzulegen, wie es zu der neuerlichen Tragödie innerhalb kürzester Zeit habe kommen können. Der Bundeswehrverband verlangte, die Soldaten rasch mit den nötigen Waffen auszurüsten. Dieser Schritt sei längst überfällig.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, afp, apn)

Redaktion: Susanne Eickenfonder

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