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Aktuelles

Schon wieder ein Kronprinz in Saudi-Arabien gestorben

Nun traf es den 79-jährigen Najef bin Abdulasis al-Saud. Woran er gestorben ist, wurde nicht bekannt. Mit dem Tod des politischen Hardliners überlebt König Abdullah schon den zweiten Anwärter auf seine Nachfolge.

Der saudiarabische Kronprinz Najef bin Abdulasis al-Saud ist in Genf gestorben. Das teilte das Königshaus in Riad mit. Die Todesursache wurde nicht genannt. Er hatte sich in der Schweiz zur medizinischen Behandlung aufgehalten. Die Beisetzung soll am Sonntag in Mekka erfolgen.

Najef galt als erzkonservativ. In den vergangenen 36 Jahren war er Innenminister des islamischen Königreichs und ging ebenso unerbittlich gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida wie gegen die politische Opposition vor. Er war im Oktober 2011 zum Kronprinzen ernannt worden, nachdem Kronprinz Sultan im Alter von 86 Jahren gestorben war. Frauenrechtlerinnen, Angehörige der schiitischen Minderheit und die liberalen Kräfte in Saudi-Arabien hatten die Ernennung damals enttäuscht aufgenommen. Sie befürchteten, dass Najef als König Reformen verhindern und dem sunnitischen Klerus noch mehr Macht einräumen würde.

Der Saudische König Abdullah (Foto: Reuters)

Er verliert immer mehr potentielle Nachfolger: der saudiarabische König Abdullah

Geordnete Erbfolge erwartet

Sein Tod rückt im erdölreichsten Land der Welt nun erneut die Frage nach der Thronfolge in den Mittelpunkt. Denn auch König Abdullah, der etwa 87 Jahre alt ist, geht es gesundheitlich nicht allzu gut. Er war in den vergangenen Jahren mehrfach an den Bandscheiben operiert worden und wies bei einem öffentlichen Auftritt im Vorjahr selbst auf seine gesundheitlichen Probleme hin.

Im saudischen Königreich wandert die Monarchenwürde seit dem Tod des Staatsgründers Ibn Saud im Jahr 1953 von einem Bruder oder Halbbruder zum nächsten. Ibn Saud hatte rund 50 Kinder, von denen aber die meisten nicht mehr am Leben sind oder aus Altersgründen für das Monarchenamt nicht in Frage kommen. Beobachtern zufolge besteht nun erstmals die Möglichkeit, dass ein Prinz aus der Generation der Enkel von Ibn Saud Thronanwärter wird. Andere halten wiederum den Ibn-Saud-Sohn und gegenwärtigen Verteidigungsminister Prinz Salman (76) für den Favoriten.

Größere Erschütterungen seien jedenfalls wegen der erneuten Kronprinzen-Kür nicht zu erwarten, sagte der Chefredakteur der "Saudi Gazette", Chalid al-Maina, dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. "Die Erbfolge im Hause Saud verlief stets sehr ordentlich und gut organisiert", fügte er hinzu.

rv/sti (dpa, Reuters)