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Wirtschaft

Schoko-Konzern schluckt Kaugummi-Riesen

Der amerikanische Nahrungsmittel-Konzern Mars übernimmt den größten US-Kaugummi-Hersteller Wrigley für 23 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss krempelt nach Ansicht von Fachleuten den Süßigkeiten-Markt weltweit um.

Verpackungen der Firmen Mars und Wrigley - ap

Süße Fusion: Mars und Wrigley gehen zusammen

Mars ist bekannt für Schokoprodukte wie M&M oder Snickers. Der Konzern zählt zu den größten Herstellern der Welt. Sein Marktanteil liegt nach Branchenberichten bei etwa 15 Prozent. Zu Wrigleys Marken zählen Orbit, Doublemint oder Extra. Der Kaugummi-Riese hat eine breite Produktpalette aufgebaut und kaufte zuletzt das Bonbon-Geschäft von Kraft sowie auch einen russischen Hersteller von Süßigkeiten. Wrigley gilt als sehr profitabel. Das Kaugummigeschäft wirft im Schnitt mehr ab als Schokolade.

Über Jahrzehnte unter Familienkontrolle

Beide US-Imperien werden über mehrere Generationen von Unternehmerfamilien kontrolliert. Der 1911 gegründete Mars-Konzern ist nach wie vor komplett in privater Hand. Der 1891 ins Leben gerufene Hersteller Wrigley wird von der Börse genommen, aber als eigenständige Tochter mit Zentrale in Chicago weitergeführt. Familienmitglied Bill Wrigley Junior stehe auch nach einer Fusion weiter an der Spitze, heißt es.

Warren Buffet

Bekannter US-Investor: Warren Buffet

Die Wrigley-Aktionäre sollen 80 Dollar je Aktie erhalten, ein Aufschlag von 28 Prozent auf den Schlusskurs der vergangenen Woche, ließ Mars vom Firmensitz in Chicago verlauten. Die Wrigley-Führung habe zugestimmt. An der Übernahme beteilige sich auch der legendäre US-Investor Warren Buffet. Das Geschäft benötigt jetzt noch den Segen der Aktionäre und der Behörden und soll in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen werden.

Scharfe Augen der Aufsichtsbehörden

In der Branche werden nun weitere Fusionen nicht ausgeschlossen: Wettbewerber wie der britische Konzern Cadbury Schweppes und der US-Hersteller Hershey sprachen bereits früher einmal miteinander. Die auf Eis gelegten Verhandlungen könnten nun rasch wieder aufgenommen werden, meinen Fachleute. Wegen möglicher Preisabsprachen werfen allerdings auch die Aufsichtsbehörden in Europa und Nordamerika derzeit ein scharfes Auge auf mögliche Fusionen in der Schokobranche. (win)