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Wissen & Umwelt

Schnelle Therapie hilft vor HIV-Übertragung

Wenn Aids-Patienten frühzeitig mit einer Therapie beginnen, senken sie das Risiko, ihren Partner mit dem Virus zu infizieren. Das hat eine US-Studie in den USA, Asien und Afrika ergeben.

Frau mit drei Reagenzgläsern (Foto: AP)

Mit einem Bluttest wird das Aids-Virus nachgewiesen

Das Ergebnis der Studie des "National Institute of Allergy and Infectious Desease" war so eindeutig, dass die Tests vier Jahre früher als geplant abgeschlossen wurden: Das Risiko, das HI-Virus an einen Sexualpartner zu übertragen, sinke um 96 Prozent, wenn die Behandlung des Infizierten frühzeitig begonnen hat. Zudem käme das auch der Gesundheit des Patienten selbst zugute, so die Wissenschaftler.

Abbildung Aidsviren (Foto: AP)

So sieht es aus: das Aids-Virus unter dem Elektronenmikroskop

Bei der im April 2005 begonnenen Studie wurde der Hälfte der Infizierten Aids-Medikamente verabreicht, während die andere Hälfte erst therapiert wurde, nachdem sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Bei der Bestandsaufnahme im April dieses Jahres wurden insgesamt 39 Neuinfizierungen festgestellt – fast alle ausgelöst durch einen Partner, der die Aidsmedikamente gar nicht oder erst später eingenommen hatte. In der Gruppe, die die antiretrovirale Behandlung sofort begonnen hatte, hat es nach Angaben der Forscher nur eine Übertragung gegeben. Alle Teilnehmer der Studie wurden im Vorfeld über sichere Sexpraktiken informiert und hatten kostenlosen Zugang zu Kondomen.

Zufriedene Wissenschaftler

Erstmals habe ein klinischer Test "definitiv" gezeigt, dass das Übertragungsrisiko innerhalb von Lebensgemeinschaften durch eine schnelle medikamentöse Behandlung gesenkt werden könne, sagte der leitende Wissenschaftler Myron Cohen des Institutes für weltweite Gesundheit und Infektionskrankheiten der Universität North Carolina. An der Studie hatten 1700 überwiegend heterosexuelle Paare aus Afrika, Indien und den USA teilgenommen, bei denen einer der beiden Partner HIV-positiv ist.

Fingerspitzen halten ein Kondom (Foto: dpa)

Guter Schutz vor Aids-Infektion

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten, wenn die Zahl der sogenannten Helferzellen im Blut des Infizierten unter 200 Zellen/mm3 sinkt. Ein gesunder Menschen hat 1000-1500 dieser für das Immunsystem wichtigen Zellen im Blut.

In 2009 ging die WHO weltweit von rund 15 Millionen Infizierten aus, die eine HIV-Therapie benötigen. Bislang gilt die Verwendung von Kondomen als die sicherste Methode, die Übertragung von HIV/Aids-Viren zu verhindern.

Autorin: Sabine Faber (afp, dpa)

Redaktion: Nicole Scherschun

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